1,8 Millionen Euro fordert ein Bad Ischler Hanfbauer von der Finanzprokuratur der Republik. Der 37-Jährige hatte auf 1000 Quadratmetern hochwertige „Marihuanabäume“ hochgezogen. Weil er als Drogenkonsument vorbestraft ist, vernichtete die Polizei die Stauden. Doch das „Gras“ war tatsächlich nur legaler CBD-Hanf.
„Meine Frau und ich haben eine Kleinlandwirtschaft bei Bad Ischl und haben uns gedacht, ein zweites Standbein wäre schön. Darum haben wir auf 1000 Quadratmetern EU-Hanfpflanzen vom Typ ,Kompolti‘ angepflanzt, um CBD-Öl erzeugen zu können. Im Jänner haben wir die Pflanzen mit einer Indooranlage großgezogen. Sie haben extrem gut reagiert, wir hätten sicher 180 Kilo Hanfblüten produziert“, sagt der Ischler.
Ermittler besuchten ihren „alten Bekannten“
Doch dem Züchter kam seine Vergangenheit als krimineller Kiffer in die Quere. Im August bekam das Paar Besuch von den Ermittlern. Die Ehefrau und Unternehmerin ist übrigens unbescholten. Die Gesetzeshüter schnitten eine Probe aus den Stauden heraus und ließen diese testen. Tatsächlich war der THC-Gehalt doppelt so hoch wie in CBD-Hanf erlaubt. Am 22. September nahmen die Polizisten erneut 25 Proben und schnitten die Plantage um.
Entwarnung kam zu spät
Wiederum zwei Monate später bekam der Hanfbauer freilich Post von der Justiz: Bei einer Querschnittprobe verschiedener Hanfstauden hatte sich herausgestellt, dass sich der THC-Gehalt tatsächlich im unteren Grenzbereich bewegt hatte – also war die „heiße Ware“ eigentlich in Ordnung, es gab keine Anklage. Allerdings war die Ernte ruiniert.
Drei Monate Frist
Die Frau des Hanfbauern forderte Ende Februar als geschädigte Unternehmerin von der Finanzprokuratur – quasi dem Anwalt der Republik – im Zuge der Amtshaftung 1,8 Millionen Euro Schadenersatz. Die Finanzprokuratur hat nun drei Monate Zeit, den Sachverhalt zu untersuchen, so Präsident Wolfgang Peschorn.
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