08.04.2021 09:55 |

Lage angespannt

Schweizer Hotellerie leidet massiv unter Krise

Die Corona-Krise hinterlässt in der Schweizer Hotellerie weiter tiefe Spuren. Die Zahl der Übernachtungen brach im Februar erneut ein. Gegenüber den noch relativ guten Vergleichszahlen aus dem Vorjahr betrug der Rückgang 40 Prozent auf zwei Millionen. Damit hat sich die Zahl der Nächtigungen im Jänner und Februar auf 3,3 Millionen beinahe halbiert. Das Fehlen der Gäste aus dem Ausland schmerzt besonders in den Skiorten.

Die weltweiten Reiserestriktionen wie strenge Quarantänebestimmungen oder gar Grenzschließungen sind eine schwere Belastung für den Tourismus. Nach einem noch guten Jahresbeginn hatten im Jahr 2020 die Folgen der Corona-Pandemie die Zahl der Übernachtungen in der Schweiz auf das Niveau von zu Beginn der 50er-Jahre zurückgeworfen.

Nur 200.000 Nächtigungen im April
Einschneidend waren für die Hoteliers die Lockdown-Monate im Frühling des letzten Jahres, als das Geschäft praktisch zum Stillstand gekommen war. Im März 2020, der rund zur Hälfte vom Lockdown betroffen war, brachen die Logiernächte um 62 Prozent auf 1,3 Millionen ein. Im April wurden gar nur noch rund 200.000 (minus 92 Prozent) und im Mai um die 600.000 (minus 79 Prozent) Übernachtungen gezählt, so das Bundesamt für Statistik (BFS).

Von dieser tiefen Basis aus ist mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf 2021 wieder mit steigenden Zahlen und positiven Wachstumsraten in der Beherbergung zu rechnen. Doch die Lage in der Hotellerie bleibt angespannt, denn wegen der dritten Corona-Welle ist noch nicht mit einer baldigen Rückkehr ausländischer Touristen zu rechnen.

Herbe Einbußen in Wintersaison
Die Wintersaison 2020/21 ist für die Schweizer Hotelbranche - ähnlich wie für Österreich - insgesamt eine Saison zum Vergessen. Besonders hart hat es jene Tourismusdestinationen in den Bergen getroffen, welche stark von ausländischen Gästen abhängig sind. So sind die Übernachtungszahlen in Zermatt, Davos oder St. Moritz um 41, 36 bzw. 49 Prozent eingebrochen. Aber auch Arosa, Grindelwald, Saas-Fee oder Crans-Montana verbuchten Rückgänge von jeweils rund 30 Prozent. Dagegen hielt sich Andermatt (minus zwölf Prozent) dank des höheren Anteils an Schweizer Touristen etwas besser, so die APA.

Inlandsurlaub boomt
Auch im Sommer buchen viele Urlaubshungrige eine Ferienwohnung in der Schweiz. Auf e-domizil sind die Buchungen für den Zeitraum von Mitte April bis Ende Oktober den Angaben zufolge gegenüber dem letzten Jahr um 237 Prozent in die Höhe geschnellt. Und im Vergleich zum Stand vor zwei Jahren beträgt das Plus immerhin 67 Prozent.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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