Die zwei Verdächtigen – ein Deutscher (25) und ein Mann aus der Karibik (33) – wurden in der Nacht auf Mittwoch bei Kössen verhaftet. Dort hatte ein Zeuge den silbernen Audi A8, der bereits in den Medien als Fluchtfahrzeug genannt worden war, gesehen. Die Polizei nahm die Spur auf. "Wir konnten die beiden Männer nicht weit vom Fahrzeug entfernt dingfest machen", erzählt Ermittler Christoph Hundertpfund im "Krone"-Gespräch.
Das Entführungsopfer war indessen verschwunden. Hundertpfund: "Die beiden Festgenommenen haben angegeben, dass sie den Mann bei Kufstein freigelassen haben." Die Fahrt absolvierte der Entführte im Kofferraum. Dorthin hatten die Täter den Mann laut Zeugen am Dienstag gegen 2.45 Uhr vor der Pradler Kirche in Innsbruck gesteckt.
Geplatzter Rauschgiftdeal
Der Hintergrund der Tat spielt laut Polizei im Drogenmilieu. Die Ermittler gehen von einem geplatzten Rauschgiftdeal aus, der die beiden Verhafteten zu der Entführung animiert haben dürfte. Der Deutsche und sein Begleiter aus der Karibik wollten offenbar Drogen kaufen. Die Übergabe sollte in Pradl stattfinden. Sie händigten dem Dealer das Geld aus. Doch der zeigte keine Absicht, ihnen dafür auch die Ware zu geben. Im Gegenteil: Er wollte mit seinen zwei Begleitern flüchten. Weit kam er aber nicht. Seine Kunden schnappten ihn und steckten ihn in den Kofferraum ihres Wagens.
"Opfer" ausgeforscht
Der Mann, ein Österrreicher, der in Innsbruck wohnt, wurde am Mittwochabend ausgeforscht. Er blieb unverletzt und bestätigte die Angaben.
von Claudia Thurner, Tiroler Krone
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