Bei Festnahme

Mexiko: Polizisten brechen Frau das Genick

Ausland
30.03.2021 11:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mexikanische Polizisten haben einer Frau am Wochenende im Strandort Tulum bei der Festnahme das Genick gebrochen. Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Quintana Roo erklärte am Montag, dass die vier beteiligten Beamten unverhältnismäßige Gewalt angewendet hätten und wegen des Verdachts auf Femizid festgenommen wurden.

Laut Autopsie verstarb die Frau, weil zwei Halswirbel gebrochen wurden. Am Wochenende waren Videos des Vorfalls in sozialen Netzwerken verbreitet worden. Darin ist zu sehen, wie die Frau neben einem Streifenwagen mit verbundenen Händen auf der Straße liegt. Zwischenzeitlich kniet eine Polizistin auf ihrem Rücken. Man hört die Frau schreien. Später legen Polizisten ihren inzwischen regungslosen Körper auf die Ladefläche eines Pick-up-Wagens. Das Opfer war nach mexikanischen Medienberichten 36 Jahre alt und lebte als Flüchtling aus El Salvador in Mexiko.

„Sie wurde umgebracht“
„Sie wurde brutal behandelt und umgebracht“, sagte Staatspräsident Andres Manuel Lopez Obrador am Montag über die Frau in Tulum. Sein Kollege in El Salvador, Nayib Bukele, forderte eine harte Bestrafung der Verantwortlichen. Rund ein Zehntel der durchschnittlich knapp 100 Mordopfer, die Mexiko pro Tag verzeichnet, sind Frauen. Auch Fälle übermäßiger Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte sind keine Seltenheit.

Erinnerungen an George Floyd
Der Fall sorgte auch wegen Ähnlichkeiten mit dem Tod von George Floyd im vergangenen Mai bei einem Polizeieinsatz in den USA für Aufsehen. Videos zeigten damals, wie der weiße Polizist Derek Chauvin fast neun Minuten lang auf dem Nacken des Afroamerikaners kniete. Der Mordprozess gegen Chauvin begann am Montag in Minneapolis.

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