Salzburgs Mediziner sind angesichts der Infektionszahlen nach wie vor alarmiert. Schon seit Wochen stagnieren die Corona-Fälle im Bundesland auf hohem Niveau. Gemessen an der Einwohnerzahl steht Salzburg fast genauso schlecht da wie die östlichen Bundesländer, wo eine „Osterruhe“ gilt. Salzburg ist den schärferen Regeln knapp entkommen und setzt verstärkt auf Schnelltests. Bis zu 170.000 können in dieser Woche durchgeführt werden.
Land schaufelt Betten für Operationen frei
Der Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) argumentiert mit einem annähernd linearen Infektionsverlauf und der stabilen Auslastung in den Spitälern. Die Betten für Corona-Patienten sind nur zu gut 45 bis 50 Prozent belegt. Doch neuerdings werden Intensivpatienten ausgelagert. So lagen im Spital der Barmherzigen Brüder am Montag drei Corona-Patienten auf der Intensivstation. „Wir helfen gerne aus, aber auch uns fehlt das notwendige Personal“, betont der ärztliche Direktor Friedrich Hoppichler. Den Widerspruch zwischen Intensivbettenkoordination und Politik kann er nicht nachvollziehen. „Da heißt es, es gibt einen Versorgungsnotstand. Aber wir wissen seit Wochen, dass die Infektionslage hoch ist oder leicht steigt“, zeigt sich Hoppichler irritiert. Er selbst rät zu härteren Corona-Maßnahmen.
Die Salzburger Landeskliniken begründen die Auslagerung damit, einen Operationsrückstau verhindern zu wollen. Würde man intern die nächste Eskalationsstufe aktivieren, stünden zwar mehr Corona-Betten bereit, gleichzeitig müssten aber andere Behandlungen aufgeschoben werden.
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