Mutter "holte" Bub

Jurist macht Vater von entführtem Kind Hoffnung

Oberösterreich
27.12.2010 09:22
"Nur das Land, in dem das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte, kann entscheiden, was nun weiter geschieht", hat der Linzer Familienrechtsexperte Günter Tews einem verzweifelten Vater aus Wilhering ein bisschen Hoffnung gemacht. Dessen Sohn (5) ist von der Mutter nach Tschechien entführt worden, obwohl dem Oberösterreicher das alleinige Sorgerecht zugesprochen worden war.

Beim bekannten "Abschiebekind" Evangelos (4) aus Leonding hatte der OGH den vorwiegenden Aufenthalt in der griechischen Heimat seines Vaters gesehen, deshalb die "Rückführung" angeordnet. Erst als ein Gericht in Naxos der Mutter Sandra Mainas das vorläufige alleinige Sorgerecht übertrug, wurde diese Anordnung ausgesetzt.

"Das in Linz entführte Kind wiederum hat ausschließlich in Österreich gelebt, sodass Tschechien in diesem Fall praktisch nicht zuständig ist – ordnet das zuständige Bezirksgericht Traun nun die Rückführung an, müssten die tschechischen Behörden gemäß dem Haager Kindesentführungsübereinkommen diesen Auftrag unverzüglich ausführen", erklärt Familienrechtsexperte Tews.

Wie berichtet, war der Fünfjährige kurz vor dem Heiligen Abend von seiner Mutter beim Linzer Christkindlmarkt entführt worden, nun verhandeln die Juristen.

Kronen Zeitung

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