Zahl der Fälle sinkt

Komplexe Mordfälle schockten 2010 die Öffentlichkeit

Nicht nur in der „Mordhauptstadt“ Wien hat es 2010 einige komplexe Morde gegeben – auch Fälle in Niederösterreich haben heuer die Öffentlichkeit erschüttert. Das wohl brisanteste Verbrechen, das auch der Polizei viel Kopfzerbrechen bereitete, war wohl das Verschwinden von Anita K. aus dem Waldviertel. Ein 54-Jähriger, bei dem die 23-Jährige seit ihrer Kindheit lebte, wurde schließlich festgenommen. Der Mann soll die junge Frau am 29. Oktober umgebracht und in der Südslowakei verbrannt haben.

Die Getötete und deren Schwester hatte er als Kinder missbraucht, woraus mit der Zeit laut Polizei eine Art Beziehung entstand. Anita K. wurde zum Verhängnis, dass sie sich aus dieser lösen wollte und zu einem anderen Mann zog. Der 54-Jährige beging in der Haft Selbstmord (nähere Infos siehe Infobox).

"Auch der Mordfall Kamil Papina war ein ganz schwieriger Fall", so Geiger. Der 35-jährige Pole wurde von einem Bekannten aus Wien durch einen Kopfschuss getötet, die zerstückelte Leiche entsorgte der Mörder im Juni in der Donau. Ein Streit zwischen den beiden Männern in der Wohnung des Verdächtigen war eskaliert.

Beziehungstaten innerhalb der Familie bzw. in Partnerschaften machen bei weitem das Gros der Fälle aus, erklärte Geiger. Eifersucht, Trennungen, Streit zwischen Ex-Partnern und Konflikte unter Alkoholeinfluss seien die häufigsten Ursachen. Auch zu erweiterten Selbstmorden älterer Paare komme es immer wieder.

Geiger: "Sehr wenige Sexualmorde"
"Wir haben so ziemlich die geringste Mordrate gegenüber allen vergleichbaren Ländern in Europa", betonte Geiger. "Was wir vor allem nicht haben, sind Auseinandersetzungen krimineller Gruppen und Jugendgangs sowie Amokläufe. Wir haben auch sehr wenige Sexualmorde - wenn man es beispielsweise mit Deutschland vergleicht."

Seit etwa 2000 werden in Österreich jährlich ca. 50 Morde verübt: "Das war nicht immer so, früher hatten wir mehr Fälle", erklärte Geiger. "Generell kann man sagen, dass die Mordkriminalität im Gegensatz zur Einbruchskriminalität gesunken ist." In den 80-er und 90-er Jahren gab es allein in der Bundeshauptstadt um die 50 Morde, österreichweit waren es damals 70 bis 80 Fälle.

Die Gründe für die Abnahme: "Das Gewaltschutzgesetz, das Instrumentarium der Wegweisung, womit viele innerfamiliäre Taten verhindert werden konnten", erklärte Geiger. Bei Raubmorden führten Präventivmaßnahmen, wie die Aufforderung keinen Widerstand zu leisten, zu Rückgängen.

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