Schlechte Auslastung

Große Sorgen um Kinder-Reha in Rohrbach

Vor 18 Monaten öffnete Oberösterreichs erste Kinder-Reha in Rohrbach die Pforten. Von allen Seiten erntet das Pflegezentrum Lob, dennoch scheinen dunkle Wolken über den 77 Patienten-Betten zu hängen. Deshalb fordert der Mühlviertler SP-Bundesrat Dominik Reisinger von Minister Anschober klare Worte.

„Für die Region und für viele Kinder und Jugendliche ist die Kinder-Reha in Rohrbach unverzichtbar geworden. Ich höre aber immer öfter von wachsendem wirtschaftlichen Druck und mache mir Sorgen, dass die Reha in Frage gestellt werden könnte“, ist der Haslacher Bürgermeister und SP-Bundesrat Dominik Reisinger beunruhigt.

„Fakten müssen her“
Um sich ein besseres Bild zu machen, stellt er eine parlamentarische Anfrage an Gesundheits- und Sozialminister Rudi Anschober (Grüne). „Es wird gemunkelt, dass die Auslastung bei nur rund 30 Prozent liegen soll. Statt Gerüchten sollen aber Fakten her“, sorgt sich Reisinger um die Zukunft der im September 2019 eröffneten Betreuungseinrichtung.

Corona und Anlaufprobleme
„Die Zahlen sind definitiv nicht zufriedenstellend und müssen sich nach oben bewegen. Das hat auch sehr viel mit Corona und den erwarteten Anlaufschwierigkeiten zu tun“, erklärt Stefan Günther, der Geschäftsführer der Kokon GmbH. Sie betreibt die Kinder-Reha, die Gesundheitsholding des Landes ist mitbeteiligt. Laut Günther lag im letzten Jahr die Auslastung unter 50 Prozent. Für heuer wären 80 Prozent und kommendes Jahr eine Vollauslastung geplant. „Den zuweisenden Stellen mache ich aber keinen Vorwurf!“ Wichtig sei es nun, neue Leistungsverträge mit dem Dachverband der Sozialversicherungsträger zu vereinbaren. Dabei geht es um eine Anpassung der Tagsätze.

Gruppenpreis für Einzeltherapie
„Man ist von falschen Annahmen ausgegangen und hat die Komplexität des Themas falsch bewertet“, meint Günther. So ist oft eine Einzelbehandlung notwendig, bezahlt wird aber nur eine Gruppentherapie. „Wir können einen Dreijährigen und eine 15-Jährige nicht in dieselbe Gruppe stecken!“ Ein erstes Gespräch fand bereits statt. „Das war auch gut. Jetzt braucht es dringend Lösungen“, so Günther.

Mario Zeko
Mario Zeko
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