In einer an Witzen armen Zeit kommt die Sache mit Malta gerade richtig. Ausgerechnet der europäische Zwergstaat zwischen Sizilien und der Küste Nordafrikas soll bei der Verteilung der begehrten Impfstoffe durch die Brüsseler Hochbürokratie den längsten Löffel gehabt haben.
Mag schon sein, dass sich da blasierte Spitzenbeamte des zuletzt erkrankten Gesundheitsministers in ihrer Selbstgefälligkeit übers Ohr haben hauen lassen. Die Fehler in der Pandemie können aber nicht zwei oder drei Personen angelastet werden. Das Ding ist zu groß für Alleingänge.
Die Story von den listigen Maltesern, die Europa mehr Impfstoffe abluchsen konnten, mag lustig wirken. Ist sie aber nicht. Sie bedient bloß die niedrigen Instinkte des Neids und der Gier in den andauernden und absurden Vergleichswettkämpfen. Das kann am Ende zerstörerisch für das zerbrechliche europäische Konstrukt sein. Putin reibt sich schon die Hände.
Die Nummer mit Malta erinnert frappant an die schlaue Politkomödie „Wag The Dog - Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt“. Der Film handelt von einem erfundenen Konflikt zwischen Amerika und Albanien. Die Hollywood-Inszenierung sollte in Anspielung auf Clintons Affäre mit Monica Lewinsky von der für den US-Präsidenten misslichen Lage ablenken.
Für den Präsidenten ging die Sache glimpflich aus. Aber Filme mit der Realität zu verwechseln, ist nicht zu empfehlen. In den echten Krisen landete noch jede Fantasie in der Wirklichkeit.
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