Nur 30 Prozent der Kälber, die in Österreich verspeist werden, kommen aus der Heimat. Um die qualvollen Tiertransporte zu verringern, hat das Land Tirol schon im November die Initiative „Kälbermastförderung“ gestartet. Im Tiroler Landtag wurde am Donnerstag ein Antrag auf Fortführung und Evaluierung angenommen.
Die Qualität von Fleisch ist immer mehr Menschen wichtig, doch wie wichtig ist uns das Leben der Kälber, bevor sie auf unseren Tellern landen? „Es ist grotesk“, wie Georg Kaltschmid, Landwirtschaftssprecher der Grünen erklärt, „es werden in etwa gleich viele Kälber importiert, wie exportiert - meist aus holländischer Massentierhaltung - weil sich die heimischen Bauern die Kälbermast nicht leisten können.“ 70 Prozent des in Österreich verzehrten Kalbfleisches werden importiert. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass heimisches Kalbfleisch, das nach höchsten Tierwohl- und Umweltstandards produziert wird, teurer ist als die Importware.
Vor allem Kälbertransporte sind qualvoll - ein Grund für die Tiroler Kälbermastförderung, die zum Ziel hat, dass heimische Bauern unterstützt werden. Im Rahmen dieser Mitte November 2020 gestarteten Initiative wurden bereits 1650 Kälber aus rund 800 bäuerlichen Betrieben regional vermarktet.
Kälberprämie bleibt
Im Tiroler Landtag wurde von der Landesregierung der Antrag zur Evaluierung und Weiterführung der Kälbermastförderung eingebracht. „Mit der Kälberprämie und der regionalen Direktvermarktung werden viele Tiere nicht länger unter qualvollen Bedingungen ins Ausland gekarrt, sondern in Österreich aufgezogen und verwertet. In diesem Landtag haben wir jetzt beschlossen, dass diese Förderung evaluiert und dann hoffentlich ausgeweitet wird und es zu einer langjährigen Förderzusage kommt“, erklärt Kaltschmid.
Wobei die Grünen noch einen Schritt weitergehen wollen und auf eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung auch in den Wirtshäusern drängen. Wohl auch aufgrund der bevorstehenden Landwirtschaftskammerwahl wurde das Thema heftig debattiert. Der Antrag wurde schließlich einstimmig angenommen.
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