Anlässlich des nahenden Frauentags rechnete der Städtebund vor, wie viele der 2095 Gemeinden in Österreich von Frauen regiert werden: Mit 197 Bürgermeisterinnen sind es weniger als zehn Prozent. Oder etwas anders dargestellt: Gemeindeoberhäupter, die Johann oder Franz heißen, sind viel zahlreicher als weibliche.
Der alljährliche Frauentag am 8. März bringt in der politischen Debatte verlässlich eines mit: Ernüchterung. So auch bei der Präsentation des Städtebundes über den Frauenanteil an den Spitzen der Gemeinden. Das Ergebnis: Nur rund neun Prozent der Bürgermeister sind Frauen. Die Zahlen, so der Städtebund, „zeigen großen Aufholbedarf“.
Frauenanteil steigt mit Größe der Gemeinde
Denn gerade in den Gemeinden – wo oft jene Regeln gemacht werden, die stärker als auf anderen politischen Ebenen in den Lebensalltag eingreifen – müsste es „selbstverständlich“ sein, dass die Hälfte der Wohnbevölkerung repräsentiert ist. Die Zahlen zeigen auch, dass der Frauenanteil mit der Größe der Gemeinde steigt; in Wien etwa beträgt der Anteil der Bezirksvorsteherinnen ein knappes Drittel. In Tirol beträgt der Bürgermeisterinnen-Anteil indes gerade einmal sechs Prozent.
Ein etwas anderer Blick auf die Liste der 2095 Bürgermeister in Österreich ist frauenpolitisch schließlich noch ernüchternder als das bloße Geschlechterverhältnis: Denn es gibt fast so viele Bürgermeister mit dem Namen Hans – Johann miteingerechnet – wie Frauen als Gemeindeoberhäupter.
Zählt man zur übermächtigen Hans-Achse dann auch noch den unter Bürgermeistern ebenfalls stark verbreiteten Namen Franz dazu, ergibt sich überhaupt ein enormes Gefälle: Zusammengezählt kommen Hans und Franz auf mehr als 250 Bürgermeisterämter, denen weniger als 200 Bürgermeisterinnen gegenüberstehen.
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