Schießerei auf Video
Bewaffneter stürmt Schulsitzung in Florida
Der 56-jährige Clay Duke stieg während der Konferenz des "Bay City School Board" bei voll besetztem Saal auf ein Podium und erklärte, dass er etwas sagen wolle. Dann zückte er plötzlich eine Waffe, stand auf und sprühte ein eingeringeltes "V" an die Wand. Danach deutete er den Anwesenden, sie mögen den Saal verlassen. Nur die männlichen Mitglieder der Behörde sollten am Podium sitzen bleiben.
"Es war surreal"
Was folgte, war ein minutenlanges, völlig wirres Verbalgefecht mit den Mitgliedern der Schulbehörde, währenddessen Duke mehrmals seine Waffe auf das Podium richtete. Wie das sechsminütige Video des Vorfalls zeigt - es lief die ganze Zeit über eine Kamera mit, mit der die Behörde die Konferenz dokumentieren wollte -, versuchte das einzige weibliche Mitglied des "School Boards", das Duke mit den anderen Anwesenden aus dem Saal gescheucht hatte, den Bewaffneten zu überwältigen.
Die Frau näherte sich ihm durch den Seiteneingang, ihr Schlag mit der Handtasche ließ den fülligen Mann jedoch nicht einmal zusammenzucken. "Er hätte mich töten können, stattdessen sagte er aber nur: 'Verschwinde, du dumme Schlampe'", schilderte Ginger Littleton den Überwältigungsversuch. "Es war surreal."
Eiskalt auf Schulaufseher gefeuert
Nach rund fünfeinhalb Minuten richtete Duke seine Pistole dann auf den Vorsitzenden der Schulaufsicht und feuerte mehrmals. Auf dem Video stürzt Behörden-Chef Bill Hasfelt vom Stuhl, wie US-Medien berichten, wurde der Behördenleiter aber nicht getroffen.
Nach den ersten Schüssen stürmte dann ein örtlicher Polizist, der sich in der Nähe der Schule befunden hatte und von den freigelassenen Besuchern hineingeholt worden war, in den Sitzungssaal. Bei einem kurzen Schusswechsel traf er Duke am Bein. Der 56-Jährige richtete daraufhin die Waffe gegen sich selbst (auf dem Video nicht ersichtlich) und nahm sich das Leben.
Laut Associated Press war Duke mehrfach vorbestraft und musste 2000 nach einem bewaffneten Angriff auf seine Ehefrau sogar eine fünfjährige Haftstrafe wegen schweren Stalkings, Waffenbesitzes und Widerstands gegen die Staatsgewalt verbüßen. Anschließend sei ihm eine psychologische Therapie verordnet worden. Dukes Frau, mit der er noch zusammen ist, hatte wenige Tage vor dem Vorfall am Mittwoch ihren Arbeitsplatz an einer Bay-City-Schule verloren.
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