02.03.2021 18:22 |

Alles gegendert

Audi-Mitarbeiter sind jetzt Audianer_innen

Bei Audi strebt man ab sofort nach dem Vorsprung durch Gendern. Oder auch Vorsprung durch Gender-Technik, wenn wir näher am Markenslogan bleiben wollen. Audi-Mitarbeiter*innen, irgendwie liebevoll (auch intern) Audianer genannt, heißen künftig hoch offiziell Audianer_innen.

Geregelt ist diese Neuerung in einer Unternehmensrichtlinie. In ihr ist etwa beschrieben, dass alle Geschlechter und geschlechtlichen Identitäten gleichwertig und wertschätzend angesprochen werden sollen. „Zur besseren Sichtbarkeit geschlechtlicher Vielfalt“ führt Audi ab März die gendersensible Sprache ein und will so auch in der Kommunikation ein Zeichen für Gleichberechtigung setzen.

Audi bezeichnet das als „Leitplanken zu einer Sprache, die allen Geschlechtsidentitäten gerecht wird“. „Wertschätzung, Offenheit, Verantwortung und Integrität sind die Basis unserer Unternehmenskultur“, betont Sabine Maaßen, Vorständin für Personal und Organisation der Audi AG.

So gendert Audi
Grundsätzlich werden in der Unternehmenskommunikation ab sofort vermehrt neutrale Formulierungen verwendet: „Mitarbeitende“ statt „Mitarbeiter“ oder „Führungskraft“ statt „Chef“. Wo das nicht möglich ist, setzt Audi der sogenannte Gender-Gap. Diese Schreibweise verbindet die männliche und die weibliche Form mit einem Unterstrich. Der Gender-Gap - geschrieben zum Beispiel Mitarbeiter_innen - soll alle nicht-binären Geschlechtsidentitäten zwischen Mann und Frau repräsentieren. Mit dem Gender-Gap folgt Audi der Empfehlung des „Charta der Vielfalt“ e.V. und weiteren Partner-Initiativen des Unternehmens.

Audi möchte gendersensible Formulierungen von nun an in der internen und externen schriftlichen Audi Kommunikation allgegenwärtig machen: in den Aussagen des Vorstands, im Audi Intranet oder bei Pressemitteilungen.

Die neue Art zu kommunizieren sollen nun alle Audianer_innen möglichst schnell lernen, Intranet, Schulungen, Helpdesk, die Gender-Offensive wird im großen Stil ausgerollt.

Zusätzlich zum gendern: Chancengerechtigkeit
„Gendersensible Sprache allein schafft keine Chancengerechtigkeit“, betont man bei Audi, daher - setzt sich Audi Ziele für Frauen nicht nur im Aufsichtsrat, sondern auch im Vorstand und im Management. Dazu gehören Jobsharing, bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Schulungen zu unbewussten Vorurteilen, um langfristig ein neues Mindset im Unternehmen zu verankern.

Die Markennamen im VW-Konzern bleiben unangetastet. So wird der Marke MAN keine Marke namens WOMAN zur Seite gestellt.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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