02.03.2021 10:15 |

Corona-Hilfen

Schulterschluss der Wirtschaft in Innsbruck

Die Wirtschaftstreibenden in Innsbruck bescherten der Stadt Innsbruck bis dato Einnahmen in Höhe von 60 Millionen Euro pro Jahr. Nun wünschen sie sich von der Stadtregierung mehr Hilfe bei der Bewältigung der Corona-Krise.

Seit Wochen verhandelt die Innsbrucker Stadtkoalition über ein Corona-Wirtschaftspaket für die mehr als 9000 Unternehmer, die in der Stadt tätig sind und mehr als 60 Millionen Euro pro Jahr an Kommunalsteuern abliefern bzw. abgeliefert haben.

Erstaunlich dabei ist, dass die Wirtschaftskammer in die Gespräche nicht eingebunden ist. Am Montag verschafften sich vier Fraktionen, die oft die unterschiedlichsten Positionen vertreten, in seltenster Eintracht Gehör. „Ein Zeichen, dass wir in der Krise zusammenhalten“, sagten Franz Jirka (Wirtschaftsbund), Winfried Vescoli (FW Tirol), Helmut Reichholf (Grüne Wirtschaft) und Stefan Gleinser (Unos). Im Detail schlüsselten sie auf, wo sie aktuell der Schuh drückt.

Womit kommen Kunden
Er habe kein Problem damit, dass Parkplätze gegen Abstellplätze für Fahrräder eingetauscht werden, sagte Franz Jirka: „Aber es muss sichergestellt sein, dass Handwerker und Lieferanten welche vorfinden. Wer glaubt, einheimische Kunden aus ganz Tirol kommen alle mit dem Rad, hat nicht zu Ende gedacht“, sagte Jirka und forderte ein Konzept, wie Kunden zu Geschäften gelangen, bevor Parkplätze entfernt werden. Und er forderte eine Verlegung der Einfahrt in die City-Garage, da der Verkehr ansonsten über den neuen Boznerplatz geführt werden müsste.

Mieten reduzieren
„Unternehmer brauchen Planbarkeit, und die ist derzeit in der Stadt nicht gegeben“, strich Winfried Vescoli hervor und brachte Mietreduktionen für Geschäftsflächen ins Spiel, die große Player wie Immobiliengesellschaft IIG, aber auch Diözese Innsbruck, Rechtsanwaltskammer oder Bundesimmobilien GmbH (BIG) den Mietern gewähren sollen. „Diese wissen nicht, wie viel die Mieten reduziert werden dürfen“, sagte Vescoli. Die Neugestaltung des Boznerplatzes sei „schön, aber was nützt es, wenn die Unternehmen rundherum tot sind“.

Konsumfreundliches Klima schaffen
Reichholf forderte eine Erhebung über die Verfügbarkeit von Geschäftsflächen im Stadtgebiet sowie einen Runden Tisch aller Beteiligten unter Federführung der WK Tirol. Stefan Gleinser von den Unos regte die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Stadt an, konsumfreundliches Klima wirke der Verödung der Innenstadt entgegen.

Notenschnitt 3,3 für Stadtregierung
Durchwachsen fällt die Beurteilung der städtischen Wirtschaftspolitik nach Schulnoten aus: Grün vergibt 2-3, Blau ein Genügend, Schwarz ein Befriedigend und Neos ebenfalls Genügend. Ergibt im Schnitt 3,3.

Dass das Corona-Paket der Koalition mit einer Million dotiert sein soll, bezeichneten alle vornehm „etwas mau“ angesichts von 60 Mio. Euro Kommunalsteuer.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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