12 Monate bedingt

52-Jährige stach auf Freund ein: “Mir wurde alles zu viel”

Tirol
09.12.2010 17:06
Wer die kleine und zarte Frau auf der Anklagebank des Innsbrucker Gerichtes sieht, kann es kaum glauben: Die 52-Jährige hatte Anfang des Jahres nach einer Auseinandersetzung offensichtlich auf ihren Lebensgefährten eingestochen und ihn – glücklicherweise – nur leicht verletzt. Dafür gab es jetzt 12 Monate bedingte Haft.

Das Drama hatte sich im Februar 2009 im Unterland abgespielt. Die deutsche Staatsbürgerin Heidi G. (52) betrieb dort einen Gasthof – mehr oder weniger gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten. Doch das Geschäft lief nur schlecht und die 52-Jährige stand unter "großer psychischer Belastung", wie der Gerichtssachverständige feststellte.

Am Tag der Tat warf die Frau offensichtlich endgültig die Nerven weg: Mit einem Küchenmesser mit 20 Zentimeter Klingenlänge ging sie auf dem Flur vor ihren Schlafzimmern auf den Lebensgefährten los. "Er hat mich wieder einmal sexuell bedrängt. Ich musste mich dagegen wehren", versuchte die Deutsche Notwehr geltend zu machen. 

Mindestens zweimal stach sie auf den Mann ein und verletzte ihn am Arm und am Bein. Das brachte ihr eine Anklage wegen versuchter schwerer Körperverletzung ein. "Ich kann mir die Tat heute auch nicht erklären. Es wurde mir alles einfach zu viel und ich wusste nicht mehr weiter", zeigte sie vor Einzelrichter Gerhard Melichar Reue. 

Nachdem auch Staatsanwältin Erika Wander konzedierte, dass bei den Stichen nicht auf besonders gefährliche Stellen gezielt wurde, fiel das Urteil noch glimpflich aus: 12 Monate bedingte Haft und 700 Euro Schmerzensgeld.

von Werner Kriess, Tiroler Krone

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