Das Drama hatte sich im Februar 2009 im Unterland abgespielt. Die deutsche Staatsbürgerin Heidi G. (52) betrieb dort einen Gasthof – mehr oder weniger gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten. Doch das Geschäft lief nur schlecht und die 52-Jährige stand unter "großer psychischer Belastung", wie der Gerichtssachverständige feststellte.
Am Tag der Tat warf die Frau offensichtlich endgültig die Nerven weg: Mit einem Küchenmesser mit 20 Zentimeter Klingenlänge ging sie auf dem Flur vor ihren Schlafzimmern auf den Lebensgefährten los. "Er hat mich wieder einmal sexuell bedrängt. Ich musste mich dagegen wehren", versuchte die Deutsche Notwehr geltend zu machen.
Mindestens zweimal stach sie auf den Mann ein und verletzte ihn am Arm und am Bein. Das brachte ihr eine Anklage wegen versuchter schwerer Körperverletzung ein. "Ich kann mir die Tat heute auch nicht erklären. Es wurde mir alles einfach zu viel und ich wusste nicht mehr weiter", zeigte sie vor Einzelrichter Gerhard Melichar Reue.
Nachdem auch Staatsanwältin Erika Wander konzedierte, dass bei den Stichen nicht auf besonders gefährliche Stellen gezielt wurde, fiel das Urteil noch glimpflich aus: 12 Monate bedingte Haft und 700 Euro Schmerzensgeld.
von Werner Kriess, Tiroler Krone
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.