18.02.2021 11:28 |

127 Jahre Haft

Monsterprozess in Kärnten endet mit hohen Strafen

Mit Schuldsprüchen und heftigen Strafen ist das Großverfahren gegen 19 nigerianische Drogendealer in Klagenfurt zu Ende gegangen. 

Tränen bei 19 Nigerianern: Trotz ihrer Unschuldsbeteuerung setzte es Donnerstag extrem hohe Strafen für die 19 Drogendealer: Insgesamt beinahe 127 Jahre.

Einer Urteilsverkündung live über Video beizuwohnen: Das Corona geschuldete Vergnügen hatten Donnerstag nicht nur wir Medienvertreter, sondern auch die 19 Angeklagten, die aus der Justizanstalt Klagenfurt in Saal 29 zugeschaltet werden, wo die Geschworenen nach einem Tag Beratung zur Sache kamen.

Alle Schwarzafrikaner wurden schuldig gesprochen, großteils im Sinne der Anklage von Staatsanwältin Daniela Zupanc, die von großer krimineller Energie und einer Profi-Drogenbande gesprochen hatte, die Klagenfurt mit Heroin und Kokain überschwemmt hatte. Dementsprechend hart fielen die Urteile aus, die Richter Alfred Pasterk verkündete.

Zwischen 2,5 und 15 Jahren Haft, insgesamt 122,5 Jahre, zu denen noch die Strafe eines bereits verurteilten Mittäters dazugezählt werden kann. Macht fast 127 Jahre! Die natürlich nicht rechtskräftig sind. Fast alle Verteidiger meldeten Nichtigkeit an.

„Mein Mandant (12 Jahre, Anm.) ist verzweifelt und hat geweint“, berichtet Jurist Herwig Hasslacher, der Hoffnung daraus schöpft, dass die Abstimmung der Geschworenen mit 5:3 mitunter doch recht knapp ausgefallen war.

Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass es sich bei den Angeklagten großteils nicht um Kleinkriminelle, sondern um eine organisierte Bande handelt, die Kärnten mit Heroin und Kokain überschwemmt hatte. Die Strafen liegen zwischen zweieinhalb und 15 Jahren Haft, gesamt wurden mehr als 100 Jahre verhängt.

Die Urteile sind nicht noch rechtskräftig.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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