17.02.2021 10:31 |

Wahl-Serie Nr. 1

Hermagor wählt: Der Kampf gegen die Abwanderung

Der amtierende Bürgermeister Siegfried Ronacher hatte 2015 nur sieben Stimmen Vorsprung. Das macht die Wahl heuer ganz besonders spannend. Aber es gibt auch Probleme, die die Politik lösen muss.

Das war eine haarige Angelegenheit: Im Jahr 2015 gewann Siegfried Ronacher mit 2410 Stimmen gegen Leopold Astner mit 2403 Stimmen die Stichwahl. Sieben Stimmen betrug der Vorsprung. Das bedeutet nach Adam Riese: Hätten vier Wähler anders entschieden, wäre Ronacher nicht Bürgermeister und Astner nun der Titelverteidiger.

Doch, was nicht ist, kann ja noch werden, denn diesmal steht die Revanche an und das Match heißt wieder Ronacher gegen Astner. Chancen rechnen sich aber auch die freiheitliche Stadträtin Christinas Ball und Karl Tillian von der Sozialen Bürgerbewegung aus.

Hermagor als Corona-Hotspot
Hermagor, die kleinste der Kärntner Bezirksstädte, hat ein wahres Seuchenjahr hinter sich. Von der Vorzeigeregion in Sachen Corona zum österreichweiten Hotspot mit der höchsten 7-Tages-Inzidenz. Dass so etwas Thema in der Wahlbewegung ist, weil Thema an den Stammtischen kann es mangels offener Lokale nicht sein, ist klar. Es wäre aber nicht Hermagor, wäre da nicht der Tourismus das alles dominierende Megathema. Schließlich hat man das Nassfeld vor der Tür und das malerische Gailtal sozusagen ums Haus. Corona hat Tourismus im Gailtal heuer nicht möglich gemacht.

Was bewegt die Menschen in der Bezirksstadt? Dazu gehört die Abwanderung, die in die großen Städte siedelnde Jugend. Die jungen Gailtaler, die von ihren Studienorten nicht mehr zurückkommen. Dass dagegen etwas unternommen werden muss, da sind sich die Kandidaten einig.

Auch bei ihren Wahlzielen ist die Tendenz einhellig. Ronacher will mit der SP stärker werden und Bürgermeister bleiben, Astner will es werden, Ball will die FP stärken und Tillian seine Bewegung ebenfalls.

Ehrenbürger Hermagors
Einen Hermagorer gibt es, der im Wahlkampf immer wieder auftaucht: Engelbert Obernosterer, der bekannte Literat. Er soll ein Ehrenbürger Hermagors werden, was aber laut Ronacher gar nicht so einfach ist. „Es gibt nur eine gewisse Anzahl von Ehrenbürgern.“ Obernosterer, ein gebürtiger Lesachtaler, war immerhin Kunsterzieher in Hermagor mit Wohnsitz in Mitschig.

Zur sechstlebenswertesten Region Österreichs gehört auch der Pressegger See. Er soll nicht angetastet werden, betonen alle unisono. Ende Februar werden wir wissen, ob es sich die vier eingangs erwähnten Wähler anders überlegt haben oder alles bleibt, wie es ist.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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