08.02.2021 14:05 |

Zum 90. Geburtstag

Thomas Bernhard: Seine Wut musste aufs Papier

Thomas Bernhard gilt als unbarmherziger Schriftsteller. Unbarmherzig wie sein Schicksal, seine Zeit. In nationalsozialistischen und in katholischen Heimen erlitt er Kindheit und Jugend, der Leidensdruck fand im Schreiben ein Ventil. „Zuflucht und Heimat“ fand er Ende der 1950er-Jahre im Tonhof in Maria Saal.
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Als Adolf Hitler im März 1938 auf dem Heldenplatz den sogenannten Anschluss Österreichs an Deutschland verkündet, ist Thomas Bernhard sieben Jahre alt. 50 Jahre später lässt er in einer Wohnung in der Nähe des Heldenplatzes die jüdische Familie Schuster und deren Freunde zusammentreffen. Damit legt der Schriftsteller Thomas Bernhard seine Finger in offene Wunden; die Uraufführung am Burgtheater wird zum Skandal.

Vor dem Theater wird eine Fuhre Mist abgeladen, es kommt zu Protestaufmärschen und Drohungen. Und das Stück wird ein Riesenerfolg. Doch nicht nur mit „Heldenplatz“ geht Thomas Bernhard (9. Februar 1931 in Holland - 12. Februar 1989 in Gmunden) in die Literaturgeschichte ein. Zahlreiche Gedichte, Romane, Erzählungen, Dramen und Dramolette hinterließ der Schriftsteller, der morgen, Dienstag, seinen 90. Geburtstag feiern würde.

Neben der Salzburger „Heldenplatz“-Inszenierung, die digital Premiere feierte, bietet das Burgtheater von 9. bis 16. 2. Lesungen aus Bernhard-Texten; am 17. 2. gibt es einen Probeneinblick in „Die Jagdgesellschaft“.

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