05.02.2021 09:11 |

„Contagion“ gesehen

Hollywood-Film inspirierte Briten zu Impfstrategie

Ein düsteres Pandemie-Szenario, das im Hollywood-Streifen „Contagion“ gezeigt wird, hat den britischen Gesundheitsminister Matt Hancock zu seiner Beschaffungsstrategie für Corona-Impfstoffe inspiriert. „Als ich den Film gesehen habe, war mir klar: Wenn der Impfstoff da ist, müssen wir bereitstehen, jeden im Land zu impfen, der es will“, erklärte er nun in einem Radio-Interview. Er habe daraufhin die Bestellmengen für das Vakzin von AstraZeneca um mehr als das Dreifache erhöht.

Ein tödlicher Erreger, der sich unkontrolliert ausbreitet, hält die Welt in Atem. Panik breitet sich aus, Städte werden abgeriegelt, es werden Maskenpflicht und Reiseverbote eingeführt. Nein, damit ist nicht die aktuelle Nachrichtenlage gemeint, sondern der Plot des Pandemie-Thrillers „Contagion“ aus dem Jahr 2011, der zuletzt zum Streaming-Hit mutierte. 

Minister: „Zuerst die Briten schützen“
Als in dem Streifen ein Impfstoff entwickelt wird, kommt es zu Entführungen und Erpressungen durch Gauner, die die wertvolle Arznei ergattern wollen. Dieses Szenario hat Hancock zutiefst beeindruckt, wie er gegenüber dem Sender LBC erklärte. „Ich wusste, ich werde keinen Vertrag unterzeichnen, der unseren Oxford-Impfstoff vorrangig in andere Staaten verteilt und die halbe Welt vor uns geimpft wird. Zuerst die Briten schützen, alle Briten - das ist meine Aufgabe als britischer Gesundheitsminister.“

Statt 30 gleich 100 Millionen Impfdosen bestellt
Bereits vor einem halben Jahr habe er sich daher Gedanken um eine „verlässliche Reihenfolge“ gemacht, was Impfungen betrifft, „um möglichst viele Menschen zu retten“, so der Minister. Außerdem habe er die zunächst geplante Bestellung von 30 Millionen Impfdosen des Herstellers AstraZeneca (der in Kooperation mit der Universität Oxford entwickelt wurde) auf 100 Millionen Dosen erhöht.

Impfstreit zwischen EU und AstraZeneca wird fortgesetzt
So hatte der Inselstaat sehr vorausschauend agiert - während sich die EU über Lieferengpässe des AstraZeneca-Vakzins ärgert, weist Großbritannien bereits eine respektable Impfrate auf. Indes streitet die Europäische Union weiter mit dem Pharmakonzern um die vereinbarte Liefermenge

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