1,4 Mio. Euro Schaden

Feuer in Disco gelegt: Tat nach 9 Jahren geklärt

Nach neun Jahren akribischer Ermittlungen hat die niederösterreichische Polizei eine Brandstiftung in einer Diskothek klären können. Die beiden Besitzer der Disco „Nova“ in Bruck an der Leitha hatten offenbar den DJ des Tanzlokals dazu angeheuert, Feuer zu legen. Die mutmaßlichen Täter wollten sich durch die Versicherungszahlungen „einen finanziellen Vorteil verschaffen“, berichtete die Exekutive. Das Trio zeigte sich umfassend geständig und wurde der Staatsanwaltschaft Korneuburg angezeigt.

Zwei der nun Verdächtigen, ein 47-Jähriger sowie ein 50 Jahre alter Mann, hatten Ende 2011 die Disco gekauft, doch der Umsatz erbrachte nicht den erhofften Geldsegen. Deshalb und auch wegen hoher finanzieller Außenstände „wurde vom Gebäudeeigentümer im Mai 2012 eine Räumungsklage“ eingebracht. Daraufhin keimte in dem 47-jährigen Verdächtigen die Idee, die Diskothek in Brand setzen zu lassen, um die Versicherungssumme zu kassieren.

Schloss am Notausgang manipuliert
Gemeinsam mit seinem ebenfalls unter Verdacht stehenden Geschäftspartner (50) heuerten die beiden daraufhin einen 59 Jahre alten Verdächtigen an, der in der Disko als DJ gearbeitet hatte. Für die Tat wurden ihm laut Polizei 5000 Euro geboten, auch der Zeitpunkt der Tat festgelegt - der 28. Mai wurde vereinbart. Im Vorfeld manipulierte der 47-Jährige das Schloss des Notausgangs, um dem Komplizen Zutritt zu verschaffen.

An sechs Stellen Diesel verschüttet
Am späten Abend fuhr der 59-jährige Verdächtige zur Diskothek und verschüttete an sechs Stellen Dieselkraftstoff, insgesamt hatte er fünf Kanister mit je 55 Litern bei sich, so die Exekutive. „Er häufte brennbare Gegenstände zusammen, übergoss diese mit Dieselkraftstoff und setzte diese mit seinem Feuerzeug in Brand. Der 59-Jährige fuhr noch in derselben Nacht zu Bekannten nach Deutschland, um sich ein Alibi zu verschaffen“, so Chefinspektor Johann Baumschlager. Der angerichtete Schaden betrug 1,4 Millionen Euro.

DNA-Treffer brachte Ermittler auf die Spur
Trotz einer ausgelobten Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise und intensiver Ermittlungen tappte die Exekutive lange Zeit im Dunklen. Doch der 59-jährige mutmaßliche Brandstifter sollte 2020 in Tschechien wieder straffällig werden. Daraufhin ergab sich ein DNA-Spurentreffer, der auch mit jenen Spuren, die an einem der Benzinkanister gefunden worden war, übereinstimmte. Die drei mutmaßlichen Täter legten ein umfassendes Geständnis ab, sie wurden angezeigt.

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