13.10.2004 13:36 |

Übersinnlich?

Wünschelrutengänger scheitern im Test

Mehrere deutsche Wünschelrutengänger und Geistheiler haben in wissenschaftlichen Tests ihre angeblichen Fähigkeiten nicht nachweisen können und damit das Preisgeld von einer Million Dollar (800.000 Euro) verspielt.
In den vergangenen Monaten hatte die Gesellschaftzur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)im südhessischen Roßdorf 13 Kandidaten geprüft,teilte der Vorsitzende Amardeo Sarma mit. "Keiner von ihnen hattemehr Treffer als ein Zufallsgenerator." Das Preisgeld hatte derUS-amerikanische Trick-Experte James Randi ausgeschrieben.
 
Schlechter als ein Zufallsgenerator
Daraufhin hatten sich vor allem Wünschelrutengängergemeldet. Sie mussten insgesamt 13 Mal einen Parcours mit zehnEimern durchlaufen. Dabei war jeweils unter einem anderen Eimerdas Material versteckt, das sie aufspüren wollten. "Nachdem Zufallprinzip würde man im Schnitt mit 1,3 Treffern rechnen",erklärte Sarma. "Die Quote bei den Versuchspersonen lag sogarnoch darunter."
 
Mit einem ähnlichen Verfahren wurden Probandengetestet, die nach eigenen Angaben allein durch Geisteskraft denGeschmack von Wein und von Wasser verändern können.Bei den Versuchen waren sie allerdings nicht in der Lage, dievon ihnen beeinflusste Flüssigkeit später wieder ausmehreren Angeboten eindeutig herauszuschmecken. "Nur einer vonihnen hatte im ersten Durchgang Werte über dem erwartetenDurchschnitt. Bei einem zweiten Durchlauf konnte er dieses Resultataber nicht bestätigen", sagte Sarma.
 
"Test ist kein Gegenbeweis!"
Die Tests seien kein Beweis dafür, dass es keineparanormalen Fähigkeiten gibt, stellte der GWUP-Vorsitzendeklar. "Es steht nur fest, dass bislang noch kein wissenschaftlicherBeweis für ihre Existenz erbracht worden ist." Die Versuchewill Sarma nicht als Blamage für die Probanden werten, sonderndankte ihnen für ihren Mut. Die Aktion diene vielmehr dazu,die Gesellschaft aufzuklären, dass paranormale Phänomenekeine Glaubenssache, sondern wissenschaftlich überprüfbarseien. "Wir hoffen, dass unsere Teste von vielen nachgemacht werden."
 
Die Versuche wurden von der ARD, dem deutschenersten Programm, aufgezeichnet. Sie sind am Dienstag (12. Oktober)in der WDR-Sendung "Quarks & Co" ab 21.00 Uhr und am Mittwoch(13. Oktober) in der ARD bei "W wie Wissen" ab 21.45 Uhr zu sehen.
Dienstag, 22. Juni 2021
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