Für den Tiroler Standesvertreter der Richter, Klaus Schröder, ist es ein schöner Erfolg: "Der Präsident des Oberlandesgerichtes Innsbruck, Walter Pilgermair, und die Standesvertretung kämpfen schon seit Jahren mit großen Nachdruck um eine Aufstockung der Dienstposten bei Richtern und Staatsanwälten. Das ist uns jetzt wieder einmal gelungen." In erster Linie sollen die neuen Juristen der Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität dienen.
Doch die offensichtlich überraschende Aufstockung der Planstellen hat auch ihre Tücken. Die Zahl der Richteramtsanwärter (RiAA), die im eigenen Haus für diese Jobs ausgebildet werden, ist zu gering. Beziehungsweise dauert deren Ausbildung länger als für die aktuellen Anstellungen notwendig ist.
Externe Juristen gesucht
"Bis spätestens Anfang 2011 sollen die zehn neuen Planstellen besetzt werden. Eine im Oberlandesgericht, vier im Landesgericht und fünf bei der Staatsanwaltschaft", bestätigt Schröder der "Tiroler Krone". Da es am "eigenen Nachwuchs" aber derzeit fehlt, ist es notwendig, externe Juristen in den Staatsdienst zu übernehmen.
In erster Linie kommen für die "Richter von der Straße", wie sie im (geheimen) hausinternen Jargon genannt werden, natürlich Anwälte in Frage. Als Kandidat kommt nur in Frage, wer die Rechtsanwaltsprüfung bereits abgelegt hat. Um als Richter oder Staatsanwalt aufgenommen zu werden, müssen die Bewerber eine Berufsergänzungsprüfung betreffend Dienstrecht, Verwaltung, Organisation usw. ablegen.
Schröder: "Glücklicherweise gibt es deutlich mehr Bewerbungen als derzeit zu besetzende Dienstposten." Das bedeutet für die Kandidaten für den künftigen Job bei Vater Staat ein Auswahlverfahren, in dem sie sich noch durchsetzen müssen.
von Werner Kriess, Tiroler Krone
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