"Der Klimawandel ist voll im Gang. Und mit ihm kommen auch seine Folgen", erklärte Klimaexperte Prof. Georg Kaser am Donnerstag bei einer Tagung der Versicherungsagenten in Igls. Und mit der damit verbundenen Temperatur- und Meeresspiegel-Steigerung häufen sich eben auch die Naturkatastrophen. So wird laut Kaser der Meeresspiegel bis zum Jahr 2.100 mindestens um einen Meter ansteigen. Die Folgen: Land unter, Millionen Menschen werden flüchten, das Grundwasser wird versalzt, die Niederschläge werden mehr, Naturkatastrophen häufiger.
Prämienerhöhung um rund 10 Prozent nötig
Und genau hier beginnen bei den Versicherungsagenten die Alarmglocken zu schrillen. "Hauseigentümer, die sich gegen Elementarereignisse versichern, dürfen nicht automatisch auch gegen Risiken wie Hochwasser, Muren und Lawinen geschützt sein", sagt Gremialobmann Helmut Emberger. Fazit: Bei Wohnungsinhalts-Versicherungen sollte künftig auch eine Katastrophenversicherung verpflichtend enthalten sein! Kosten? "Je mehr Versicherte einzahlen, desto günstiger wären die Prämien natürlich. Ich gehe von einer rund zehn Prozent höheren Prämie aus", rechnet Emberger vor.
Davon würde auch die öffentliche Hand und der Steuerzahler profitieren - der Katastrophenfonds, der bisher bei Hochwasser und Co. einspringt, wird entlastet. "Wie kommt der Steuerzahler dazu, Personen, die jedes Jahr überflutet werden, sich aber weigern, eine Versicherung abzuschließen, ständig zu finanzieren", fragt sich Emberger.
Laut einer aktuellen IMAD-Studie, die Barbara Traweger-Ravanelli gestern präsentierte, haben 42 Prozent der Tiroler keine Versicherung gegen Naturkatastrophen. Gleich viele sprechen sich aber dafür aus, dass eine Pflichtversicherung eingeführt wird!
von Markus Gassler, Tiroler Krone
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