Konsumentenschutz

Tausendfacher Streit um Reisestornos

Corona - was sonst - führte im Vorjahr zu Tausenden ins Wasser gefallenen Reisen von Oberösterreichern. Noch immer gibt’s Streit, etwa um die Rückerstattung von rund 600 gestrichenen Flügen. Und Veranstalter verrechnen trotz Reisewarnungen Stornokosten. Jetzt ziehen die oö. AK-Konsumentenschützer vor Gericht.

Auslöser war ein gut ausgegangener Fall. Ein Mutter-Tochter-Gespann aus dem Hausruckviertel sollte für eine vor Corona gebuchte Portugal-Reise, die im September wegen Reisewarnung storniert worden war, die gesamten Kosten von 1039 Euro zahlen. Der Veranstalter aus Deutschland argumentierte, dass die Reisewarnung der Stufe 6 von Österreich ausgerufen worden war, nicht von Deutschland.

Musterprozess
„Wir konnten ein deutsches Gerichtsurteil ins Treffen führen, das besagte, dass es für eine kostenlose Stornierung ausreicht, dass das Risiko einer Virusausbreitung und Ansteckung besteht“, sagt Chef-Konsumentenschützerin Ulrike Weiß. Weil es sture ausländische Anbieter gibt, die darauf beharren, dass österreichische Reisewarnungen nicht gelten, sondern jene aus der jeweiligen Heimat des Veranstalters, haben die Konsumentenschützer einen Musterprozess beim Bezirksgericht Traun gegen einen spanischen Reiseanbieter eingebracht.

Geld doch noch erstattet
Auch bei Flügen in Corona-Zeiten gibt’s weiter Ärger. Die Arbeiterkammer vertritt 1090 Oberösterreicher und rund 2000 Mitreisende, deren Flüge abgesagt wurden, aber – trotz eindeutiger Rechtssprechung – der Flugpreis einbehalten wurde. Bisher wurde in rund 400 dieser Fälle nach Interventionen das Geld doch noch erstattet.

Markus Schütz
Markus Schütz
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Freitag, 26. Februar 2021
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