Hoffnung in Mexiko
Mutige Frauen sind die Heldinnen des Drogenkriegs
Vor rund eineinhalb Jahren hatte die junge Frau als Polizeifunkerin in dem 9.000 Einwohner zählenden Ort nahe der Grenze zu den USA angeheuert. Von ihren zehn Kollegen blieb sie als einzige übrig - die anderen wurden entweder ermordet oder kündigten. "Keiner will hier mehr als Polizist arbeiten - und abgesehen davon haben wir auch gar kein Geld", sagt Gandara. Seit Monaten schon versieht sie deshalb allein den gefährlichen Job.
Mit Marisol Valles, die als frisch gebackene Polizeichefin von Praxedis Guadalupe Guerrero vor allem auf soziale Sicherheit setzt und sich auf keinen Krieg gegen die Kartelle einlassen will, möchte sich Gandara nicht vergleichen lassen. "Ich bin Polizistin, keine Sozialarbeiterin", sagt sie und zeigt auf ihr Gewehr.
In Gandaras Tal wurden 2010 schon 2.700 Menschen getötet
Guadalupe liegt im Tal von Juarez, an den heiß umkämpften Schmuggelrouten für Drogen in die USA. Allein in diesem Jahr wurden in ihrem Tal mehr als 2.700 Menschen getötet - die meisten im Kampf zwischen den beiden mächtigen Kartellen "von Juarez" und "von Sinaloa". Das Dorf trägt wie alle Orte in der Region seinen Anteil an der Gewalt: Immer wieder gibt es Schießereien, Entführungen oder Brandschatzungen. Erst im Oktober erschoss ein bewaffnetes Kommando vier Arbeiter auf dem Weg zu ihrer Fabrik für Auto-Ersatzteile.
Auch Erika Gandara hat Angst, "wie alle hier". Dennoch will sie durchhalten. Sich von den Drogenkartellen kaufen zu lassen, wie einige ihrer unterbezahlten und verängstigten Kollegen in der Region, sei für sie keine Lösung, sagt sie: "Ich denke, wo das schnelle Geld lockt, ist der Tod auch nicht weit", sagt sie.
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