Paketbomben

Al Kaida: Westen soll durch neue Taktik Geld bluten

Ausland
21.11.2010 18:16
Die Terrororganisation Al Kaida hat offenbar eine neue Taktik in ihrem Krieg gegen den verhassten Westen eingeschlagen. Im Internet jubelt der jemenitische Arm des Jihad-Netzwerkes über die jüngste, seiner Ansicht nach geglückte Paketbomben-Aktion. Der Feind solle in Zukunft Geld bluten, denn dank solcher Aktionen müsse der Westen Unsummen für Sicherheitsvorkehrungen aufwenden, gleichzeitig werde die ökonomisch wichtige Luftfahrtindustrie geschwächt.

Die Operation nennt die Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel (im Bild links ihr Anführer Anwar Al-Awlaki) folglich auch "Blutsturz". Laut dem auf Terror-Websites spezialisierten Intelcenter setzt die Organisation auf eine "Strategie der Nadelstiche" und nicht mehr auf Anschläge im Stil des 11. Septembers 2001.

Das Ziel der Paketbomben aus dem Jemen seien nicht zivile Todesopfer, sondern maximaler ökonomischer Schaden gewesen. "Um Amerika niederzuringen, brauchen wir keinen großen Schlag", führt das Terror-Netzwerk laut Intelcenter aus. Kleine Attacken mit wenig Beteiligten und kurzem zeitlichem Vorlauf seien eher zu realisieren. So ließen sich auch die Sicherheitsmaßnahmen in den USA umgehen. 

Paketbomben-Aktion kostete nur 4.200 Dollar
"Diese Strategie, den Feind mit kleinen, aber häufigeren Operationen zu attackieren, ist die - wie es manche nennen - Strategie der Tausend Wunden." Der Paketbomben-Plan habe nur rund 4.200 Dollar gekostet und ein paar Monate Vorbereitung gebraucht, heißt es. Der Effekt sei jedoch maximal gewesen, da nicht nur die USA völlig unvorbereitet getroffen worden seien, sondern damit auch der Luftfahrtindustrie, die für die Wirtschaften des Westens große Bedeutung habe, massiver finanzieller Schaden zugefügt werde.

Man lege seine Strategie auch bewusst dar, heißt es in der Mitteilung laut Intelcenter. "Wir werden solche Operationen weiter führen und es stört uns auch nicht, wenn die Pakete abgefangen werden. [...] Das Ziel ist, den Feind verbluten zu lassen."

US-Generalstabschef: "Ich glaube, was sie sagen"
Die USA erwarten nach den Drohungen nun weitere Anschlagsversuche. Die Lage sei "sehr ernst", sagte US-Generalstabschef Mike Mullen am Sonntag im Fernsehsender ABC. "Ich glaube, was sie sagen." Al Kaida habe auf der Arabischen Halbinsel die Strukturen verstärkt. Dies sei gefährlich. Die USA wollten sich deshalb insbesondere auf den Kampf gegen die Organisation im Jemen konzentrieren.

Die Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel hatte die Verantwortung für die beiden Ende Oktober entdeckten und teils nur durch Zufall entschärften Paketbomben aus dem Jemen übernommen. Die Pakete waren an jüdische Einrichtungen in den USA adressiert. Sie enthielten Laserdrucker mit präparierten Tonerpatronen, in denen der Sprengstoff PETN versteckt war.

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