12.01.2021 19:00 |

Kultur im Lockdown

„Wildwechsel“: Filmdreh statt „Corona-Nichtstun“

Eine Gruppe von Schauspielern und Filmschaffenden rund um Projekt-Initiator René Rebeiz hat genug von der Stagnation im Kulturgeschehen. Deshalb beschlossen sie, einen „Non-Profit“ Film zu drehen, um in ihrem Beruf nicht „einzurosten“.

Keine Lust auf ein künstlerisches „Einrosten“ haben derzeit gut zwei Händevoll an heimischen Schauspielern und Filmschaffenden. Deshalb entschloss sich eine illustre Gruppe rund um den sympathischen aus Leutasch stammenden und derzeit in Wien lebenden 44-jährigen Schauspieler René Rebeiz, den aktuellen Lockdown dazu zu nutzen, natürlich im Rahmen und mit den Auflagen der vorgeschriebenen Corona-Schutzmaßnahmen, einen Spielfilm in der Länge von insgesamt 25 Minuten Länge zu drehen.

Die breite Öffentlichkeit wird das engagierte Projekt höchstwahrscheinlich niemals auf irgendeiner Medien-Plattform zu sehen bekommen. Dazu Initiator Rebeiz: „Wir produzieren einen Non-Profit Film, der derzeit nach Fertigstellung im Februar eigentlich nicht zur großen Präsentation vorgesehen ist, für uns aber aus dem einfachen Grund Realität wurde, weil wir arbeiten wollen, aber nicht dürfen. Deshalb verwenden wir als Profis in diesem Metier, die nichts Anderes als schauspielen wollen, die uns ungewollt aufgebürdete Zeit des Nichtstuns auf diese Art und Weise“. Gedreht wurde in der malerischen Leutasch.

Regisseur und Darsteller René Rebeiz sowie Produzent Jonathan Schmid sind darüber glücklich, dass sie die Leutascher Kultur-Ikone Iris Krug, welche das Ganghofer-Museum leitet, als Beraterin und „Location-Scout“ mit an Bord bringen konnten. Verfilmt wurde ein „saftiger“ Stoff des zeitgenössischen Volkstheaters. Nämlich das 1971 veröffentlichte Drama „Wildwechsel“ von Franz Xaver Kroetz, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Die heranwachsende Erika (Iris Schmid) beginnt ein Verhältnis mit dem um einige Jahre älteren Hilfsarbeiter Alfred (Florian Gaugg). Erikas Mutter (Belinda Reinhardt) und besonders ihr Vater (René Rebeiz) setzen aber alles daran, diese Beziehung zu unterbinden. Doch auch nachdem Alfred wegen Verführung Minderjähriger kurzzeitig ins Gefängnis muss, lassen die Liebenden nicht voneinander ab. Als Erika schwanger wird, drängt sie ihren Freund dazu, den verhassten Vater zu töten. Einen Mord und eine Fehlgeburt später stellen die Beiden fest, dass sie nie wirkliche Liebe verbunden hat.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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