Strenger regulieren

WHO einigt sich auf Richtlinien für Tabakprodukte

Ausland
21.11.2010 14:59
Ungeachtet des Widerstands der Tabakindustrie haben sich Vertreter von 172 Staaten auf eine stärkere Regulierung von Tabakprodukten verständigt. Bei einem Treffen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Punta del Este in Uruguay unterzeichneten sie am Samstag eine Rahmenvereinbarung, die Richtlinien zur Einschränkung von Geschmacks- und Zusatzstoffen in Tabakprodukten enthält, wie die WHO mitteilte. Geschützt werden sollen dadurch vor allem Jugendliche.

"Es gibt Hunderte chemische Substanzen, die Tabakprodukte attraktiver machen sollen und sich besonders an ein junges Publikum richten", sagte ein WHO-Vertreter. Die Unterzeichner des Rahmenabkommens hätten nun ihren Willen demonstriert, "eher das Leben der Bürger dieser Welt als die Interessen der Tabakindustrie zu schützen", sagte Laurent Huber, Vorsitzender des Netzwerks Framework Convention Alliance (FCA), das sich für eine stärkere Kontrolle von Tabakprodukten einsetzt.

Proteste der Tabakindustrie
Vertreter der Tabakindustrie hatten am Rande der einwöchigen Tagung in Punta del Este hingegen scharf gegen eine strengere Regulierung protestiert. Wenn die Produktion von American-Blend-Tabak, der aus einer Mischung verschiedener Tabaksorten hergestellt wird, verboten werde, habe dies "Auswirkungen auf sechs Millionen Hersteller weltweit", sagte der Chef des Tabakproduzentenverbandes ITGA, Antonio Abrunhosa. 

Die Vertreter verständigten sich zudem darauf, Anti-Rauch-Programme in die nationalen Gesundheitssysteme zu integrieren und Aufklärungskampagnen über die Gefahren des Tabakkonsums zu unterstützen.

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