09.01.2021 12:27 |

Was lässt Corona zu?

Bond, „Dune“, Cruise: Das Kinojahr 2021 wäre Hit!

Wer traut sich derzeit zu prognostizieren, ob die Kinos tatsächlich am 25. Jänner wieder öffnen dürfen? Und falls ja, ob das so bleibt? Und wie im Fall der Fälle die Studios mit ihrem Schwall an neuen Produktionen umgehen, der sich langsam und sicher zur Monsterwelle staut? Fragen über Fragen, und doch die Chance, einen Blick auf die Kinohighlights zu werfen, die den Cinephilen und Blockbusterfans heuer ins Haus stehen. Möglicherweise jedenfalls. Oder auch nicht. Auf jeden Fall wären ein paar Gustostückerln dabei!

Der Rausch“: Bei den Europäischen Filmpreisen in Berlin war Thomas Vinterbergs Alkoholapologie „Der Rausch“ im Dezember der große Abräumer. Ob die Midlife-Krisenparabel um eine Freundesgruppe, die den Versuch startet, stets auf einem gewissen Alkohollevel zu bleiben, um die Freude am Leben wiederzufinden, auch an den Kinokassen abräumen darf, muss sich erst noch entscheiden. Das Publikum kann sich jedenfalls auf Mads Mikkelsen und seine Performance als Titelfigur freuen. (Geplanter Kinostart derzeit 29. Jänner)

„Space Dogs“: Auch das heimische Filmschaffen ist vom Auf- und Zuspiel der Kinos getroffen. So konnte das Doku/Fiktion-Essay „Space Dogs“ von Elsa Kremser und Levin Peter zwar bereits 2019 bei den Filmfestspielen von Locarno überzeugen, ein Kinostart steht aber bis dato aus. Im Februar soll die bei der Weltraumhündin Laika startende und zu den heutigen Straßenhunden von Moskau führende Erzählung nun tatsächlich regulär auf der großen Leinwand zu sehen sein. (Geplanter Kinostart derzeit 12. Februar)

„Catweazle“: In den 70ern war die britische Serie „Catweazle“ um einen schrulligen Magier aus dem 11. Jahrhundert, der irrtümlich in der Gegenwart landet, ein TV-Hit. Für die neue Kinofassung stieg nun der deutsche Kultkomiker Otto Waalkes in die großen Fußstapfen - an der Seite von Jungstar Julius Weckauf, der in der Hape-Kerkeling-Biografie „Der Junge muss an die frische Luft“ einen Sensationserfolg hinlegte. Gemeinsam macht sich das ungleiche Duo auf die Suche nach Catweazles Druidenstab, denn nur mit dessen Hilfe, kann der Zauberer zurück in seine eigene Gegenwart. (Geplanter Kinostart derzeit 11. März)

„Nomadland“: Bei der coronabedingt unter neuen Gesichtspunkten ablaufenden Ausgabe der Filmfestspiele von Venedig 2020 stieg Chloe Zhaos Essay „Nomadland“ über das Amerika von heute als großer Gewinner aus. Oscar-Gewinnerin Frances McDormand ist darin als Frau zu sehen, die nach Schicksalsschlägen in ihrem Auto lebend als Nomadin durch die USA zieht, stets auf der Suche nach Arbeit und sich selbst. (Geplanter Kinostart derzeit 18. März)

„Aufzeichnungen aus der Unterwelt“: Tizza Covi und Rainer Frimmel sind Meister darin, in Milieus einzutauchen und mit Kinopreziosen zwischen Fiktion und Dokumentation aufzutauchen. Das gilt auch für ihr neues Projekt „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“, für das sie die Milieus der Wiener Unterwelt der 60er-Jahre anhand des Wienerlied-Sängers Kurt Girk und seines Freundes Alois Schmutzer beleuchten, die im Rückblick über ihre Zeit und ihren Prozess berichten. (Geplanter Kinostart derzeit 19. März)

„James Bond: Keine Zeit zu sterben“: Vor allem hatte James Bond im vergangenen Jahr nicht nur keine Zeit zu sterben, sondern keine Zeit, ins Kino zu kommen. Durch mehrmalige Verschiebungen wurde das neueste Abenteuer des britischen Geheimagenten beinahe zum Synonym für die Filmindustrie in der Coronakrise. Nun soll es Ende März so weit sein, dass Daniel Craig zum letzten Mal in der Titelrolle im Einsatz ist - und sich unter anderen auch wieder mit Christoph Waltz als Ernst Stavro Blofeld auseinandersetzen muss. (Geplanter Kinostart derzeit 31. März)

„Minions“: 2010 waren die Minions in ihrem ersten Kinoauftritt „Ich - Einfach unverbesserlich“ noch nicht mehr als lustige Sidekicks. Doch die kleinen, gelben Tic-Tac-Wesen mit dem Hang zu Anarchie, Chaos und Gewalt entwickelten sich bald zu Publikumslieblingen und erhielten fünf Jahre später mit „Minions“ bereits ihren eigenen Film. Mit „Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ folgt nun die Fortsetzung, die aber eigentlich auch ein Prequel ist, werden hier doch die Anfänge der Beziehung zwischen den Gelblingen und ihrem Boss Gru erzählt. (Geplanter Kinostart derzeit 1. Juli)

„Top Gun: Maverick“: Auch wenn man es ihm nicht ansieht, ist Actionstar Tom Cruise doch nun schon gute 30 Jahre im Geschäft, das mit dem Fliegerhit „Top Gun“ 1986 so richtig abhob. Nun ist Cruise nach langer Zeit wieder in der Kampfpilotenuniform zu sehen, auch wenn sein Pete „Maverick“ Mitchell nunmehr als Ausbilder tätig ist. Neben Kollegen wie Val Kilmer und Ed Harris findet sich auch Miles Teller („Whiplash“) im Cast, der den Sohn von Mitchells verstorbenem Freund Nick „Goose“ Bradshaw spielt. (Geplanter Kinostart derzeit 8. Juli)

„Tod auf dem Nil“: 2017 startete Kenneth Branagh mit „Mord im Orient Express“ eine neue Reihe an Verfilmungen von Werken der Krimikönigin Agatha Christie. Diesem Auftakt soll nun „Tod auf dem Nil“ folgen, der bereits 1978 mit Peter Ustinov ein Erfolg wurde. Erneut übernimmt Branagh nicht nur die Regie, sondern auch die Rolle des belgischen Privatdetektivs Hercule Poirot, der diesesmal einen mysteriösen Todesfall bei einer Dampferfahrt auf dem Nil klären muss, wobei Stars wie Gal Gadot, Annette Bening oder Armie Hammer ins Fadenkreuz geraten. (Geplanter Kinostart derzeit 17. September)

„Dune“: Der Kanadier Denis Villeneuve gilt als einer der Fortdenker des althergebrachten Science-Fiction-Genres und konnte mit Arbeiten wie „Arrival“ oder „Blade Runner 2049“ nicht nur ästhetisch überzeugen. Nun bringt der 53-Jährige mit „Dune“ das nächste Sci-Fi-Stück ins Kino - und wieder referenziert Villeneuve auf ein großes Vorbild, nämlich David Lynchs „Wüstenplanet“ aus den 80ern. Statt Kyle MacLachlan ist es nun Jungstar Timothee Chalamet („Call Me by Your Name“), der sich an der Seite von Altstars wie Josh Brolin, Stellan Skarsgard, Charlotte Rampling oder Javier Bardem auf dem unwirtlichen Wüstenplaneten Arrakis mit seinen Sandwürmern als Befreier durchsetzen muss - findet sich schließlich nur hier mit dem „Spice“ die wertvollste Substanz des Universums. (Geplanter Kinostart derzeit 1. Oktober)

„Mission Impossible 7“: Dass er auch mit seinen knapp 60 Jahren nicht vor Actionszenen zurückschreckt, stellt Hollywoodstar Tom Cruise heuer nicht nur mit der Fortsetzung seines frühen Hits „Top Gun“ unter Beweis, sondern auch mit sage und schreibe Teil 7 der Actionserie „Mission Impossible“. Als Agent Ethan Hunt soll Cruise wieder die Welt retten, wobei noch wenig über den Inhalt des Streifens bekannt ist, für den bereits zum dritten Mal in der „MI“-Serie Christopher McQuarrie die Regie führte. Und weil es gerade so gut läuft, wird auch Teil 8, der für 2022 vorgesehen ist, von McQuarrie verantwortet. (Geplanter Kinostart derzeit 18. Dezember)

„West Side Story“: Das Filmmusical „West Side Story“ mit der Musik von Leonard Bernstein gehört heute zu den Klassikern des Genres und der Filmhistorie. Wer würde sich da an das Wagnis einer Neuverfilmung wagen, wenn nicht Altmeister Steven Spielberg, der bei der Veröffentlichung des Originals 1961 gerade einmal elf Jahre zählte? Für seine Version der altbekannten Liebesgeschichte zwischen zwei Proponenten aus rivalisierenden New Yorker Jugendbanden hat der Oscar-Gewinner einerseits Ansel Elgort („Das Schicksal ist ein mieser Verräter“) und andererseits Nachwuchshoffnung Rachel Zegler als Romeo & Julia-Wiedergänger Tony und Maria verpflichtet. Und für Feinschmecker hat Rita Moreno, einer der Stars aus dem originalen „West Side Story“-Film, ebenfalls einen Auftritt. (Geplanter Kinostart derzeit 9. Dezember)

„Quo Vadis, Aida?“: Die österreichische Koproduktion „Quo vadis, Aida?“ von Jasmila Zbanic erlebte im Vorjahr bei den Filmfestspiele von Venedig im Wettbewerb ihre Weltpremiere. Zbanic zeigt das berüchtigte Massaker von Srebrenica anhand ihrer Titelfigur Aida, die als Übersetzerin für die UN-Friedenstruppen arbeitet, die in der Nähe von Srebrenica stationiert sind. Aida will ihren Mann und ihre Söhne retten und gerät dabei in die Spirale der Gewalt, die letztlich in die Katastrophe führt. (Geplanter Kinostart derzeit noch offen)

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