Er prägte das Kino im deutschsprachigen Raum genauso wie in Hollywood, galt als Erfinder des Film Noir und förderte viele Karrieren. Heute ist der 50. Todestag des großen Fritz Lang und deshalb erinnern wir uns zurück an einen Regisseur, der das Kino nachhaltig prägte.
Wenn man so will, ist das Jahr 2026 in zweifacher Hinsicht prägnant für diese Geschichte. Einerseits begehen wir heute, am 2. August, den 50. Todestag des unvergessenen österreichischen Regisseurs und Drehbuchautors Fritz Lang. Andererseits spielt die Handlung seines vielleicht wichtigsten Werkes, des Stummfilmklassikers „Metropolis“ im Jahr 2026. Das geht zwar nicht direkt aus dem Film hervor, sehr wohl aber aus der 1925 erschienenen Romanvorlage von Langs damaliger Frau Thea von Harbou.
Das urbane Werk erzählt von einer in zwei Schichten getrennten Gesellschaft. In den Wolkenkratzern leben die Eliten ohne Rücksicht auf Verluste, während die Arbeiter im industriellen Untergrund den Reichtum der Oberen fördern. Frei nach dem Motto: zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben. Der Film wurde vor 99 Jahren gedreht und ist von erschreckender Aktualität.
Friedrich Christian Anton Lang (1890 – 1976) prägte als Filmregisseur und Drehbuchautor die cineastische Welt der 1930er- bis 1950er-Jahre nachhaltig. In der Ära des späten Stumm- und aufkommenden Tonfilms setzte er ästhetische und technische Maßstäbe, die man bis dorthin noch nicht kannte. Vor allem „Metropolis“ (1927) und „M“ (1931) gehören zu Meilensteinen der internationalen Filmhistorie. In den Vereinigten Staaten zählt er mit seinen Werken zu den wichtigsten Mitbegründern des sogenannten Film Noir.
Lang, der die Wiener Moderne wie ein Schwamm aufsog, war zeit seines Lebens ein Seismograf für bleibende Stimmungen. Er zeichnete in seinen Filmen gerne die zweite industriell-technologische Revolution der 1920er- und 1930er-Jahre in seinen Filmen nach und wirkte des Öfteren geradezu prophetisch. Opulente Werke wie „Dr. Mabuse“ oder „Die Nibelungen“ prägten die Zeit. Lang reüssierte im Stumm-, wie auch im Tonfilm und prägte nach dem deutschsprachigen Raum und der Flucht vor den Nazis ab den 1940er-Jahren auch das amerikanische Kino. Doch schon mit seinem US-Debüt „Fury“ (1936) über die dortige Lynchjustiz machte er sich in den Vereinigten Staaten unsterblich.
Er reüssierte mit Kriegsfilmen, erfand mitunter das düstere Sub-Genre „Film Noir“ und arbeitete – nicht selten mittels 15-Stunden-Arbeitstagen – mit den größten Stars der damaligen Zeit. Trotz seiner fulminanten Karriere hatte Lang immer Heimweh nach Berlin und dem deutschsprachigen Raum. Vor seinem Tod am 2. August 1976 in seiner Wahlheimat Beverly Hills war Lang nahezu blind. Seine Filme bleiben von dauerhafter Aktualität und haben nichts von ihrer Magie verloren.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.