US-Apotheker verhaftet

Impfstoff wegen Angst vor DNA-Veränderung zerstört

Ausland
05.01.2021 15:24

Aus Sorge vor möglichen Schäden des menschlichen Erbguts hat ein Apotheker im US-Bundesstaat Wisconsin Hunderte Corona-Impfstoffdosen absichtlich zerstört. Der 46-Jährige hatte mehrere Fläschchen aus dem Kühlschrank genommen und erst nach einiger Zeit wieder zurückgestellt. Der Mann wurde entlassen und verhaftet.

„Seine Absicht war, sie unbrauchbar zu machen, weil er der Überzeugung war, dass sie unsicher waren“, sagte Bezirksstaatsanwalt Adam Gerol bei einer Anhörung am Montag. Demnach glaubte der Mann, dass das Vakzin der Firma Moderna die menschliche DNA verändern könne.

(Bild: APA/AFP/Joseph Prezioso)

57 Personen mit nicht gekühltem Impfstoff geimpft
Der 46-Jährige hatte gegenüber den Behörden zunächst angegeben, 57 Fläschchen mit jeweils zehn Impfdosen versehentlich aus den Gefrierschränken eines Krankenhauses in der Ortschaft Grafton entfernt zu haben. Später gab er zu, das Vakzin absichtlich aus der Kühlung genommen zu haben.

Nach Angaben des Krankenhausbetreibers räumte der ehemalige Apotheker ein, die ungekühlten Impfstoffe später wieder in die Kühlung zurückgestellt zu haben, wodurch 57 Menschen mit dem nicht gekühlten und damit unwirksamen Mittel geimpft wurden. Die Betroffenen seien benachrichtigt worden, es gebe jedoch keine Hinweise auf Schäden.

In den USA ist auch der Moderna-Impfstoff bereits im Einsatz. (Bild: APA/Getty Images via AFP/GETTY IMAGES/Michael M. Santiago)
In den USA ist auch der Moderna-Impfstoff bereits im Einsatz.

Mann fiel bereits zuvor mit seinen Theorien auf
Laut einem Bericht der „New York Times“ hatte er gegenüber seiner Frau mehrfach Bemerkungen gemacht, die auf verschwörungstheoretisches Gedankengut hindeuteten. Demnach glaubte der Mann, dass die Welt zusammenbrechen werde, die US-Regierung Cyberangriffe plane und das Stromnetz kappen wolle. Diese und ähnliche Theorien geistern seit Beginn der Corona-Pandemie in den sozialen Medien herum.

Die Impfstoffe der Hersteller Moderna sowie Biontech/Pfizer basieren auf der sogenannten mRNA-Technologie. Bei diesen Impfstoffen werden dem menschlichen Körper Teile der Erbinformation des Virus mitgegeben - so kann das Immunsystem eine schützende Antwort auf den Erreger erzeugen. Experten zufolge gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass diese Impfstoffe in die Zellkerne eindringen und die menschliche DNA verändern können.

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