Fall in OÖ

Wilderer schoss Reh den Unterkiefer weg

„Dem Reh wurde der Unterkiefer weggeschossen. Es wäre qualvoll verhungert und verendet, hätte es der Jagdleiter nicht gefunden“, sagt der Geschäftsführer des Landesjagdverbands, Christopher Böck, über den jüngsten Fall von Wilderei in Oberösterreich. Der Jagdleiter von Geboltskirchen hat Anzeige erstattet, Zeugen werden gesucht.

Ein Jäger hat die drei- bis vierjährige Rehgeiß bereits am 31. Dezember entdeckt und von ihrem Leid erlöst. Der Jagdleiter meldete die Wilderei nun der Polizei in Haag am Hausruck, da es nicht der erste Fall im Jagdgebiet Geboltskirchen ist. Bereits im Oktober des Vorjahres gab es einen ähnlichen Fall. Vom Täter oder den Tätern fehlt jede Spur. Nun bittet man Zeugen, sich bei der Polizei Haag unter 059133/4233 zu melden.

Dass es sich um Wilderei handelt, steht für Wildbiologe Christopher Böck so gut wie fest: „Ein Jäger ist verpflichtet, dem Tier nachzugehen, wenn er sich nicht sicher ist, ob er es getroffen hat. In diesem Fall war es dem Schützen anscheinend wurscht, dass das Tier unter großen Qualen verendet.“ Und außerdem gelte seit dem 1. Jänner Schonzeit für Rotwild, betont Böck.

Wilderei als Problem
Wilderertum sei in Oberösterreich teilweise ein Problem, erklärt der Experte des Landesjagdverbandes - und verweist auf einen Wilderer-Ring im Salzkammergut, der im Sommer bei einer Verkehrskontrolle aufgedeckt wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass die fünf Wilderer rund um Bad Ischl, in Grieskirchen, Salzburg-Land und Zwettl (NÖ) mehr als 100 Tiere geschossen hatten. Von Amseln über Biber und Eichkätzchen bis zu Rehböcken. Die Beute wurde großteils verspeist.

Claudia Tröster
Claudia Tröster
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