"Lord of War"

Waffenhändler Bout von Thailand an die USA ausgeliefert

Ausland
16.11.2010 08:40
Thailand hat den mutmaßlichen russischen Waffenhändler Viktor Bout an die USA ausgeliefert. Bout habe Thailand in einem von den USA für die Überführung des Russen bereitgestellten Flugzeug um 7.27 Uhr MEZ verlassen, sagte der Chef der Kriminalpolizei in der Hauptstadt Bangkok, Supisarn Bhakdinarunart. Thailands Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hatte zuvor mitgeteilt, dass seine Regierung - nach einem gut zweieinhalb Jahre langen juristischen Tauziehen - die Auslieferung beschlossen habe.

Der weltweit gesuchte mutmaßliche Waffenhändler war im März 2008 von US-Agenten in Bangkok gefasst worden. Die Agenten hatten sich als Vertreter der kolumbianischen FARC-Rebellen ausgegeben und vorgegaukelt, Waffen kaufen zu wollen. Er ging nach Angaben der Ermittler auf das Geschäft ein.

Flotte von Frachtflugzeugen unterhalten
Die USA beschuldigen Bout unter anderem der Verschwörung zum Mord an US-Bürgern und der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Er soll eine ganze Flotte von Frachtflugzeugen unterhalten und Waffen in Krisengebiete in Afrika, Südamerika, den Nahen Osten und nach Asien geliefert haben. Bei einer Verurteilung droht Bout, der Vorbild für den Film "Lord of War - Händler des Todes" mit Nicolas Cage gewesen sein soll, eine lebenslange Haftstrafe. Er beteuert seine Unschuld und gibt an, legal im Flugfrachtgeschäft tätig gewesen zu sein.

Die thailändische Justiz hatte bereits im August der von den USA beantragten Auslieferung zugestimmt. Allerdings war noch ein zweites Verfahren gegen Bout anhängig, das ebenfalls von den USA initiiert worden war, um das erste Gesuch zu untermauern. Dieses Verfahren stellte die thailändische Justiz im Oktober aus Mangel an Beweisen ein und machte damit den Weg für die Auslieferung frei. Die endgültige Entscheidung lag dann bei Ministerpräsident Abhisit.

Russland wollte Bout zurückholen
Der Fall ist für Thailand politisch brisant: Die USA sind ein traditioneller Verbündeter des Königreichs, aber Thailand legt auch Wert auf gute Beziehungen zu Russland. Moskau hat das US-Auslieferungsgesuch als politisch motiviert verurteilt und erklärt, es werde alles tun, damit Bout in seine Heimat Russland zurückkehren könne.

Dementsprechend kritisierte Russland die erfolgte Auslieferung scharf. Die Entscheidung sei "illegal" und unter Druck der US-Regierung getroffen worden, vermeldete das russische Außenministerium am Dienstag in einer Erklärung. Der russische Konsul Bangkok, Andrej Dwornikow, monierte die "rasche und heimliche" Überstellung von Bout.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
16.11.2010 08:40
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung