27.12.2020 11:51 |

Vorfall in Frankreich

Muslim verprügelt, weil er Weihnachten feierte

In Frankreich ist ein junger Muslim zusammengeschlagen worden, weil er mit seiner Familie das Weihnachtsfest gefeiert und Bilder davon im Netz veröffentlicht hatte. Der 20-jährige Nabil aus der ostfranzösischen Stadt Belfort wurde zunächst von einem Bekannten über das Online-Netzwerk Snapchat beleidigt und bedroht. Der Schulkollege schrieb ihm, er sei „schockiert“, dass Nabil als Muslim Weihnachten feiere.

Nabil hatte zuvor Fotos des Familienessens mit seiner Mutter und seinem Stiefvater im Netz veröffentlicht. Nabils Eltern sind zudem Polizisten, auch deswegen wurde er im Netz angefeindet. Wegen der Fotos drohte ihm der Schul- und Fußballkollege: „Ich werde dir zeigen, was ein richtiger Araber ist.“

Von fünf Männern tätlich angegriffen
Als er sich daraufhin zu einer Aussprache mit dem jungen Mann treffen wollte, geriet er in einen Hinterhalt und wurde von insgesamt fünf Männern tätlich angegriffen. Bevor sie den verletzten Nabil zurückließen, gaben sie ihm noch mit auf den Weg, dass er mit dem Schlimmsten rechnen müsse, wenn er jemandem etwas von dem Vorfall erzählen oder zur Polizei gehen sollte.

„Weihnachten feiern ist nicht muslimisch“
Später wieder zu Hause angekommen, erstattete der im Gesicht blutende und mit Prellungen übersäte 20-Jährige dennoch Anzeige. Wegen der Textnachricht konnte der Angreifer schnell identifiziert und festgenommen werden. Während seiner Anhörung zeigte er sich weiterhin „schockiert“, dass Nabil die Bilder des Weihnachtsessens ins Netz gestellt hatte, und sagte: „Es ist nicht muslimisch, Weihnachten zu feiern.“

Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, zeigte sich entsetzt über den Vorfall. Er sprach auf Twitter von einer „nicht hinnehmbaren Aggression“, die durch „Rassismus und Hass auf die Polizei“ erfolgt sei. Im Internet wurde der junge Mann auch deshalb angefeindet, weil seine Eltern Polizisten sind.

Nabils Mutter sagte später, dass ihr Sohn „für seine Herkunft bezahlen“ müsse, vor allem aber dafür, dass er der Sohn von zwei Polizisten ist. Ein solch rassistisches und spaltendes Verhalten sei im 21. Jahrhundert nicht mehr hinnehmbar.

 krone.at
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