„Stille Nacht, Heilige Nacht ...“ - Dieses Lied wird am Heiligen Abend wieder in zahlreichen Familien gesungen. Doch während die einen das Weihnachtsfest zelebrieren, leisten andere Dienst und sorgen dafür, dass die Infrastruktur weiter aufrechterhalten bleibt. So auch der 34-jährige Lermooser Tobias Mitterbauer.
Er ist mit dafür verantwortlich, dass in ganz Österreich die Züge auch in der Heiligen Nacht verkehren. Denn mitten im Herzen Tirols – in Innsbruck – ist die Bahnstromzentrale der ÖBB angesiedelt. Von dort erfolgt somit die Steuerung, Regelung und Überwachung der Stromversorgung von Österreichs Schienennetz.
Mitterbauer ist seit zwei Jahren einer der Mitarbeiter in der Zentrale, die sich im ersten Stock der ehemaligen Bundesbahndirektion befindet. Zusammen mit einem weiteren Kollegen versieht er freiwillig den Dienst in der Heiligen Nacht.
Überwachung von 2100 Kilometer Stromnetz
Während ihres Dienstes überwachen die beiden einerseits die Übertragungsleitungen, die den Strom für die Züge liefern. 2100 Kilometer umfasst das Hochspannungsnetz der ÖBB.
Andererseits müssen sie auch die acht hauseigenen Kraftwerke im Blick haben, die den Bahnstrom mit einer Frequenz von 16,7 Hertz erzeugen. Mehrere Monitore stehen ihnen dafür zur Verfügung. Angepasst werden der Verbrauch und die Erzeugung des Stroms zwar alle 200 Millisekunden automatisch, doch bei Störungen muss nach wie vor der Mensch eingreifen.
„Mir gefällt die große Verantwortung“
Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe also, die dem Lermooser aber sichtlich Freude bereitet – auch während seines 12-Stunden-Dienstes in der Nacht auf den Christtag: „Mir gefällt an meinem Job vor allem, dass ich sehr viel Verantwortung habe und dass bei Störfällen der Stresslevel sofort sehr hoch ist.“ Eine Eigenschaft, die wohl von seiner früheren Tätigkeit herrührt. Denn vor seinem Dienst bei der ÖBB war Mitterbauer neun Jahre in der Leitstelle Tirol tätig, wo die Rettungs- und Feuerwehreinsätze koordiniert werden.
Und warum meldete er sich freiwillig für den Weihnachtsdienst? „Damit Kollegen, die kleine Kinder haben, den Abend daheim verbringen können“, sagt der 34-Jährige. Ein leckeres Weihnachtsessen und ein paar Kekse werden er und sein Kollege sich während des Dienstes aber auch gönnen.
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