Die AK-Analyse für das Jahr 2019 belegt also ein Medianeinkommen von rund 2235 Euro brutto – das sind 63 Euro mehr als im Jahr davor. Rechnet man aber Lohnsteuer, Sozialversicherung und Inflation gegen, schrumpft das Plus netto auf nur noch 12 Euro im Monat. „Wir brauchen einen deutliche Reallohnsteigerung, um die Kaufkraft im Land anzukurbeln“, meint AKNÖ-Präsident Markus Wieser.
Bundesweit nahm der durchschnittliche Nettolohn um 2,1 Prozent zu, in Niederösterreich hingegen lediglich um 0,8 Prozent. Für das heurige Jahr sieht Wieser schwarz: Denn noch fehle es an geeigneten Maßnahmen, um dem Negativtrend durch die Corona-Krise gegenzuhalten: „Wir brauchen ein großes staatliches Investitionspaket für Digitalisierung, Forschung, öffentliche Infrastruktur und das Bauwesen.“ Davon würden laut Wieser nicht nur die Arbeitsnehmer profitieren, sondern auch die Wirtschaftstreibenden und nicht zuletzt die ohnehin budgetär schwer angeschlagenen Gemeinden.
Drei Viertel der Frauen stecken im Beruf zurück, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Das macht sich natürlich auf dem Lohnzettel bemerkbar.
Markus Wieser, Präsident der NÖ-Arbeiterkammer
Zurück zur Statistik: Sie wird vom Mostviertel angeführt, gefolgt vom Industrieviertel sowie dem Zentralraum. Schlusslicht bei den Einkommen ist einmal mehr das Waldviertel. Besorgniserregend: Männer verdienen in NÖ immer noch um ein Drittel mehr als ihre Kolleginnen, die oft aufgrund der ungleich verteilten Kinderbetreuung nur halbtags arbeiten gehen können.
Thomas H. Lauber, Kronen Zeitung
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