Die von Gerard Mortier vor 30 Jahren bahnbrechende Vorbereitung der Festspiele auf das 21. Jahrhundert und damit auch die Öffnung für ein jüngeres Publikum werden in der Gegenwart als moderat modern akzeptiert. So wird das historische Erbe magisch konserviert. Während die Welt, von viraler Erschöpfung und Verwirrung gezeichnet, nach Orientierung sucht, bieten die Salzburger Festspiele das heimelige Gefühl von Sicherheit und Halt in der alten heilen Ordnung.
Das nach einem enorm strapaziösen Jahr von Markus Hinterhäuser zusammengetragene Programm der Salzburger Festspiele 2021 ist von gewohnt solider wie erlesener Eleganz: große Namen, große Oper, großes Theater.
Das alles erfüllt die Sehnsucht nach der alten Normalität. Friedrich Heer, Kulturhistoriker und ehemaliger Chefdramaturg des Burgtheaters, hat einmal „die Herstellung einer Beziehung zu allen wachen geistigen Kräften im deutschen Sprachraum und in Europa überhaupt“ als sein Herzensanliegen formuliert. Dafür mag offenbar gerade nicht der ideale Moment sein. Wie uns jedoch die Erfahrung lehrt, kommt das Neue immer erst nach der Katastrophe.
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