Siebeneinhalb Jahre rittern das Unfallopfer und die Tiroler Versicherung bereits um den "schnöden Mammon". Die ältere Frau will einen satten Batzen Schmerzensgeld und monatlich "Ersatz-Gehalt" ausbezahlt bekommen. Seit dem Unfall könne sie laut ihrem Tiroler Anwalt Robert Eiter nämlich nicht mehr arbeiten. Beide erwarten sich davon einen sechsstelligen Euro-Betrag…
"Die Mandantin war bis zum Unfall arbeitsfähig. Sie hätte unmittelbar nach dem Unfalltag im Gastgewerbe zu arbeiten begonnen", schreibt Eiter. Die Mandantin sei danach monatelang stationär in der Klinik behandelt worden. "Die Arbeitsfähigkeit hat sie infolge des Unfalles verloren."
Da der Täter seine Kfz-Versicherung bei der Tiroler Versicherung unterfertigt hatte, ist diese in der Zahlungspflicht. Doch Vorstand Walter Schieferer erläutert im "Krone"-Gespräch eine andere Betrachtung: "Die Tiroler Versicherung hat nach dem Unfall beträchtliche Schadensersatzforderungen an die verletzte Tochter und an deren Mutter ausbezahlt, auch der Kfz-Schaden wurde sofort gutgemacht."
Es geht nun nur noch um einen Teil des Schmerzensgeldes der Mutter und um deren Verdienstentgang: "Wir bezweifeln, dass die Antragstellerin vor dem Unfall überhaupt arbeitsfähig war. Ihre Einschränkungen haben laut medizinischen Gutachten bereits vor dem Unfall bestanden und sind nicht dessen direkte Folge. Daher weigern wir uns auch, Zahlungen zu leisten", sagt Schieferer. Ein derartiger Fall ist für ihn neu: "Der Gerichts- und Versicherungs-Akt beinhaltet mittlerweile fast 1.000 Seiten. Es ist ein Wahnsinn, dass es nach siebeneinhalb Jahren noch immer kein erstinstanzliches Urteil gibt! Wir versuchen diese leidige Gesichte nun endlich zu beenden, und haben nächste Woche das dritte Vergleichsgespräch."
Ob man sich einigt, ist fraglich. Bisher wurde jedes Angebot der Versicherung abgewiesen. Die enormen Gerichts- und Anwaltskosten (rund 400.000 Euro) mehren sich weiterhin, Tag für Tag.
von Matthias Holzmann, Tiroler Krone
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