Trauriger Rekord
143. Regionalbank in den USA meldet Konkurs an
Niemals zuvor sind mehr US-Banken pleitegegangen: Die First Vietnamese mit nur einer einzigen Filiale ist das 143. Kreditinstitut, das in diesem Jahr hat aufgeben müssen. Die gleichen schlimmen Szenen spielten sich am Ende der Woche bei der Pierce Commercial Bank aus dem US-Bundesstaat Washington, bei der Western Commercial Bank aus Kalifornien und der K Bank aus Maryland ab.
Für die Regionalbanken in den USA ist 2010 ein düsteres Jahr. Viele Menschen sind weiter ohne Job und können deshalb ihre Schulden nicht zurückzahlen - das Geld fehlt den Banken. Die kleinen und mittleren Kreditinstitute in den Vereinigten Staaten müssen das Dilemma ausbaden. Bereits im Krisenjahr 2009 waren 140 von ihnen pleitegegangen. Die großen Wall-Street-Häuser indes überlebten mit milliardenschweren Hilfen der US-Regierung. Heute scheffeln sie dank des hochriskanten Investmentbankings schon wieder Milliardengewinne.
Zwar hatte sich die Lage am Kreditmarkt zuletzt merklich entspannt, aber viele Regionalinstitute sind mittlerweile zu geschwächt, um die Besserung noch zu erleben. Etwa jeder zehnte Hausbesitzer ist mit seiner Hypothek im Rückstand. Hinzu kommen unzählige unbeglichene Kreditkartenrechnungen. Vor allem zu Zeiten des Immobilienbooms hatten sich viele Amerikaner hoch verschuldet. Sie kauften Eigenheime - und weil deren Wert eine Zeit lang immer weiter stieg, konnten sie die Häuser anschließend für andere Anschaffungen wie ein Auto kräftig belehnen. Als die Preise 2007 fielen, die Zinsen gleichzeitig stiegen und die Menschen arbeitslos wurden, begann die Katastrophe.
Die großen Banken wie die Citigroup oder die Bank of America wurden großzügig vom Staat gestützt. Pleite gingen letztlich nur die Investmentbank Lehman Brothers und die Sparkasse Washington Mutual. Sie hatten sich wie andere große Konkurrenten mit komplizierten Finanzwetten auf einen immer weiter steigenden Immobilienmarkt verzockt. Die Zeche müssen nun die Regionalbanken zahlen.
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