Mehr als 100 Tote
Bagdad von Anschlagsserie erschüttert
Bei den Anschlägen vom Dienstag wurden insgesamt 21 stark frequentierte Orte angegriffen. Darunter waren Cafés, Restaurants und Märkte. Die Polizei verhängte am Abend eine Ausgangssperre. Patrouillen forderten die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben.
Am Sonntag hatten maskierte Männer Christen während einer Messe in einer christlichen Kirche in Bagdad als Geiseln genommen (siehe Infobox). Dabei fanden Dutzende Menschen den Tod. Am Montag waren mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen, als sich ein Selbstmordattentäter in einem Café in der Stadt Bakuban, nördlich von Bagdad, in die Luft sprengte.
Irak seit März-Wahlen ohne Regierung
Die Aufständischen nutzen weiter das herrschende Machtvakuum in Bagdad für ihre Zwecke. Seit den Parlamentswahlen im März ist das Zweistromland ohne Regierung. Damals hatte das säkulare Bündnis des früheren Übergangsregierungschefs Iyad Allawi die meisten Mandate erhalten - allerdings nicht genug, um allein Regierungsverantwortung zu übernehmen.
Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle forderte die irakischen Parteien auf, sich rasch auf eine handlungsfähige und alle Bevölkerungsgruppen einschließende Regierung zu verständigen. "Nur so kann der notwendige Reformprozess im Irak nachhaltig angegangen und dem Terrorismus der Boden entzogen werden", sagte der Minister.
Die US-Regierung hatte Ende August den Abzug ihrer Kampftruppen aus dem Irak verkündet. Die verbliebenen 50.000 US-Soldaten sollten den irakischen Sicherheitskräften künftig bei der Ausbildung und in logistischen Fragen helfen, hieß es in Washington.
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