Öcalan verhandelt

Türkei: Hoffnung auf friedliche Lösung des Kurdenkonflikts

Ausland
02.11.2010 10:23
In der Türkei wächst die Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Kurdenkonfliktes. Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan (Konterfei auf der Flagge) ließ am Montagabend mitteilen, seine Kontakte mit dem türkischen Staat hätten inzwischen die Dimension regelrechter Verhandlungen über eine Friedenslösung angenommen. Indes erklärte ein führender Kurdenpolitiker auch die Phase des bewaffneten Kampfes für beendet.

Die Kurdenpolitikerin Aysel Tugluk hatte Öcalan am Montag auf der Gefängnisinsel Imrali bei Istanbul besucht. Nach ihrer Rückkehr erklärte sie, Öcalan betrachte seine Gespräche mit türkischen Staatsvertretern als "qualifiziert, ernsthaft und wichtig". Die Kontakte hätten inzwischen den Charakter von "Verhandlungen" angenommen. Er habe den Eindruck gewonnen, dass auch der Staat den Frieden wolle, zitierte Tugluk den PKK-Chef.

Konflikt forderte Zehntausende Todesopfer
Die türkische Regierung hatte die Kontakte des Geheimdienstes mit Öcalan vor wenigen Monaten bekannt gegeben. In den Gesprächen geht es um Wege zur friedlichen Beendigung des Kurdenkonfliktes, der seit 1984 Zehntausenden Menschen das Leben gekostet hat.

Die PKK hatte am Montag eine im Sommer ausgerufene Waffenruhe bis zu den türkischen Parlamentswahlen im kommenden Juni verlängert und sich gleichzeitig von dem Anschlag in Istanbul distanziert, bei dem am Sonntag der Attentäter umkam und 32 Menschen verletzt wurden.

Prominenter Politiker sieht Chance auf Frieden
Osmar Baydemir, der Bürgermeister der Kurden-Metropole Diyarbakir und einer der prominentesten Kurdenpolitiker der Türkei, erklärte die Phase der Gewalt für beendet. Dem türkischen Nachrichtensender NTV sagte Baydemir, die PKK und die türkische Armee könnten den jeweiligen Gegner mit Waffengewalt nicht besiegen. Nun gebe es die realistische Chance auf Frieden.

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