Gemeinsame Tests

Paris und London schließen Atomwaffenpakt

Ausland
02.11.2010 10:45
Frankreich und Großbritannien haben einen umfassenden Militärpakt ausgearbeitet und werden künftig u.a. im Bereich Atomwaffen eng zusammenarbeiten. Auch bei der Entwicklung neuer Waffensysteme sollen gemeinsame Wege gegangen werden, wurde am Dienstag bekannt. Der Vertrag wird beim Besuch des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in London am Dienstag unterzeichnet.

Unter anderem planen die beiden Länder gemeinsame Tests der Atomwaffenarsenale. Dazu solle im ostfranzösischen Valduc, rund 45 Kilometer von Dijon entfernt, eine Einrichtung gebaut werden, die Tests sollen ab 2014 laufen, hieß es in einer Mitteilung des französischen Präsidialamts am Dienstagvormittag. 

Sarkozy und der britische Premierminister David Cameron wollen zudem ein Abkommen unter anderem zur gemeinsamen Entwicklung neuer Drohnen und zur gemeinsamen Nutzung von Flugzeugträgern unterzeichnen. Bei den U-Booten wollen Paris und London gemeinsam "Ausrüstungen und Technologien für die Atom-U-Boote der beiden Länder entwickeln", heißt es in der Mitteilung des Elysee-Palastes. Die Atomwaffen der U-Boote umfasse dies aber nicht. 

Ökonomische Zwänge
Der britische Regierungschef Cameron hatte bereits am Montag die massive Ausweitung der Verteidigungskooperation mit Frankreich angekündigt, ohne Details zu nennen. Aus Diplomatenkreisen hatte es geheißen, letztlich seien ökonomische Zwänge auf beiden Seiten des Ärmelkanals der Hauptgrund für die verstärkte Zusammenarbeit.

Beide Seiten heben hervor, dass die Unabhängigkeit der beiden Staaten bei der atomaren Abschreckung gewahrt bleibe.

Keine realen Atomtests
Bei der Atomtest-Kooperation sollen nach Angaben eines britischen Regierungsvertreters die wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten gebündelt werden, auch um den besten wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen. Ihre jeweiligen Atom-Geheimpläne würden die beiden Länder aber nicht teilen, auch weil Briten und Franzosen mit unterschiedlichen Sprengköpfen arbeiten.

Das Simulationszentrum in Valduc in Frankreich soll ergänzt werden durch ein gemeinsames Forschungslabor im britischen Aldermaston. Frankreich und Großbritannien haben sich dazu verpflichtet, keine realen Atomwaffen-Tests mehr vorzunehmen. Sie können daher nur im Labor die Funktionsweise ihrer Atom-Sprengköpfe überprüfen.

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