24.11.2020 09:03 |

Protestaktion in Paris

Pop-up-Flüchtlingscamp mit Tränengas geräumt

Als Protestaktion wegen der Räumung eines Migrantenlagers haben Aktivisten die Pariser Place de la Republique in ein Flüchtlingscamp verwandelt. 500 Wurfzelte wurden auf dem Platz mitten in der französischen Hauptstadt aufgestellt. Die Polizei löste die Demonstration schließlich auf - und setzte dabei sogar Tränengas ein.

Nach der Räumung eines Lagers in der Nähe des Stadions Stade de France im Pariser Vorort Seine-Saint-Denis waren viele Flüchtlinge obdachlos geworden, wie die Organisation Utopia 56 berichtete. Als Protestaktion wurde am Montagabend im Herzen der Hauptstadt ein Zeltlager errichtet. Die Polizei bezeichnete dies als „unakzeptabel“ und rückte eine Stunde nach dem Aufbau des Camps aus, um die Veranstaltung aufzulösen.

Die Lage eskalierte schließlich bei der Räumung des Platzes. Die Beamten trugen die Zelte weg, in denen sich teilweise noch Flüchtlinge befanden. Später setzten sie dann auch Tränengas gegen die Migranten und ihre Unterstützer ein.

„Sie sind zu gewalttätig. Wir wollen nur ein Dach über dem Kopf“, sagte der afghanische Flüchtling Shahbuddin. „Wir sind hier, um zu zeigen, dass wir nirgendwo hinkönnen“, so sein Landsmann Murtasa.

Innenminister schockiert von den Räumungs-Bildern
Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin nannte die Bilder von der Räumung des Lagers „schockierend“. Er forderte vom Polizeipräfekten einen Bericht an. Sobald dieser vorliege, werde er über weitere Schritte entscheiden, schrieb Darmanin auf Twitter.

Polizei: „Illegale Besetzung des öffentlichen Raums“
Die Polizeipräfektur und die Präfektur der Region Ile-de-France erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, der Aufbau nicht genehmigter Flüchtlingslager sei „nicht hinnehmbar“. Die Polizei sei eingeschritten, um die „illegale Besetzung des öffentlichen Raums“ zu beenden.

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