Notbetrieb in Schulen

Direktoren: „Wer Hilfe braucht, kriegt sie auch“

Der verschärfte Lockdown in Oberösterreich lässt 120.500 Pflichtschüler zu Hause lernen. Der Notbetrieb bleibt nur für wenige aufrecht. Mehrere Direktoren berichten der „Krone“ über ihre Lernstrategien.

Nun sind auch Pflichtschulen im Homeschoooling – siehe auch Seite 6/7. Das betrifft etwa die Unterstufe des Gymnasiums in Gmunden. Fast alle 800 Schüler sind zu Hause. „Nur 18 kommen weiterhin“, sagt Direktor Rainer Leitner, ihre Eltern haben keine Möglichkeit, sie zu betreuen. Die Schüler haben Platz in 3 Klassenräumen, Abstand wird groß geschrieben. Im EDV-Saal nehmen sie am Distance Learning ihrer Klassen teil, werden aber zusätzlich noch betreut.

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Wir haben uns technisch darauf vorbereitet, auch unsere Erstklässler auf die Plattform eingeschult. Für sie ist es am schwersten.

Rainer Leitner, BG/BRG Gmunden

Bei Michael Haas, Direktor MS 11 in Linz, der „Diesterwegschule“, läuft es anders. Er sagt: „Wir haben 25 Nationen an der Schule, viele Familien sind technisch nicht gut gerüstet, aber ein Handy haben fast alle Kinder.“ Um alle zu erreichen, gibt es heute und morgen Lernpakete. Später können von der Schulhomepage Aufgaben einfach abgerufen werden. „Meldet sich ein Schüler eine Woche nicht zurück, holen wir ihn herein“, ist Haas entschlossen. Derzeit werden nur 25 von 250 Schülern direkt in der Schule betreut.

Normalität gesucht
„Wir haben eine Ausgabestelle für die Lernpakete“, erzählt Susanne Heilinger, Direktorin der VS Weißkirchen. „Wer Hilfe braucht, kriegt sie“, betont sie. 30 Kinder sind im Notbetrieb, man achtet auf Normalität mit bewegter Pause und Mittagessen. Will noch jemand in die Schule kommen, reicht eine Anmeldung am Vortag: „Wir sind gut aufgestellt!“

Elisabeth Rathenböck
Elisabeth Rathenböck
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Dienstag, 01. Dezember 2020
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