Die Lage im neuen LKH ist so problematisch, dass die Ärzte des Klinikums, der Betriebsrat und die Ärztekammer am Donnerstag die Reißleine zogen: Lange habe man nicht auf die Probleme im Klinikum reagiert, daher wurde eine Resolution an das KABEG-Management und an die Landespolitik verabschiedet. Denn wegen des Personalmangels stünden Ärzte und Pflegekräfte kurz vor dem "Burn out": Es sei nicht mehr möglich, die gesetzlichen Auflagen bei den Dienstzeiten zu erfüllen, bei Herz-OPs gebe es Wartezeiten für die Patienten von bis zu acht Wochen.
Besonders schlimm sei die Lage bei den Intensiv-Schwestern. Auer: "Wenn es bis Freitag nicht mehr Personal gibt, müssen Betten gesperrt werden. Es geht sich nicht mehr aus!" Auch bei den Turnusärzten und der Organisation hapere es gewaltig: Die Lungenabteilung ist gar auf sechs (!) Standorte verteilt. "Es wurde über Jahre eine Politik betrieben, die in einem Schuldenberg geendet hat. Jetzt weiß die Politik nicht mehr, wie sie aus dem Schlamassel herauskommt", tobt Othmar Haas, Präsident der Ärztekammer Kärnten.
Haas und die Ärzte des Klinikums stellten sich bei der Betriebsversammlung am Donnerstag solidarisch hinter Matthias Angrés als medizinischen Direktor. Das kritisierte KABEG-Management unter Vorstandschefin Ines Manegold reagierte prompt: Angrés wurde mit sofortiger Wirkung abberufen und fristlos entlassen (siehe auch Story in der Infobox).Wegen "unüberbrückbarer Differenzen".
Manegold: "Aufsichtsratsbeschlüsse wurden von ihm nicht umgesetzt, es fehlte an Loyalität zum Eigentümer, die Aktion heute war nur die Spitze des Eisbergs." Zu den Vorwürfen an das Kabeg-Management erklärt sie: "Die Ärzteschaft ist eingeladen, die Betriebsprozesse im Klinikum mitzugestalten."
von Thomas Leitner, "Kärntner Krone"









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