Deepwater Horizon

US-Bericht: Halliburton und BP ignorierten Gefahr

Ausland
28.10.2010 21:23
Eine US-Kommission zur Untersuchung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat dem BP-Partner Halliburton schwere Versäumnisse vorgeworfen. Der US-Konzern habe das Bohrloch unter der Ölplattform "Deepwater Horizon" nur mangelhaft zementiert und trage daher vermutlich eine Mitschuld an der Explosion der Anlage, erklärte das Gremium am Donnerstag. Halliburton und BP seien die Probleme Wochen vor dem Unglück bekannt gewesen.

Die Nachricht drückte die Halliburton-Aktie in einem leicht schwächeren New Yorker Markt zeitweise 16 Prozent ins Minus. Im weiteren Handelsverlauf notierte sie 8,5 Prozent tiefer. Die Kosten um Halliburton gegen Kreditausfälle zu versichern legten deutlich zu. Dies signalisierte, dass der Kommissionsbericht nach Einschätzung der Finanzmärkte die Gefahr einer Insolvenz erhöht hat.

Ölpest tötete 6.000 Vögel
Nach Erhebungen der US-Regierung sind durch die Ölpest möglicherweise über 6.000 Vögel und 600 Meeresschildkröten getötet worden. Über 2.000 ölverschmierte Vögel wurden nach Beginn der Katastrophe im Frühjahr vor der US-Küste gerettet und gereinigt, 1.246 von ihnen konnten nach einer Behandlung bisher wieder freigelassen werden, berichtete das Einsatzzentrum der Regierung am Mittwoch. Allerdings handle es sich lediglich um erste Zahlen, noch sei nicht ganz sicher, ob tatsächlich alle der 6.104 entdeckten toten Vögel Opfer der Ölpest seien.

Der Untergang der "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko hatte die größte Ölpest in der Geschichte der USA verursacht. Mitte Juli gelang es nach einer Serie von Rückschlägen, das Bohrloch von oben mit Schlamm und Zement zu verschließen. Der britische BP-Konzern hatte bereits in der Vergangenheit seinen Partnerunternehmen eine Mitschuld an dem Unglück vorgeworfen.

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