Bereits 14. Coup

Bankomat aus Supermarkt leer in Roitham gefunden

Nun weichen Bankomat-Diebe von Geldinstituten auf Einkaufsmärkte aus: Beim 14. Coup innerhalb weniger Wochen haben die Täter mit einem Stahlseil den Geldautomaten aus einem Supermarkt in St. Georgen im Attergau gerissen. Als sechs Minuten später eine Polizeistreife eintraf, waren die Unbekannten schon verschwunden. Während von den Dieben am Mittwoch noch jede Spur fehlte, wurde der ausgeräumte Kasten rund 30 Kilometer vom Tatort entfernt gefunden.

13 Mal hatten Bankomat-Diebe in Niederösterreich, dem Burgenland und in der Steiermark zugeschlagen. Ziele waren bisher immer Geldinstitute. Am Nationalfeiertag aber suchten solche Täter einen Einkaufsmarkt heim: Um 4.02 Uhr schlugen sie die Glasscheibe zum Foyer des "Eurospar" in St. Georgen im Attergau ein und lösten dadurch Alarm aus.

Dennoch legten sie hastig ein mit ihrem Wagen verbundenes Stahlseil um den frei stehenden Bankomat, in dem sich vermutlich mehrere Tausend Euro befanden, rissen ihn mit Vollgas aus der Verankerung, verluden ihn in ihr Auto – wahrscheinlich einen Kastenwagen – und entkamen vermutlich über die nur 150 Meter enfernte Auffahrt zur Westautobahn.

Bankomat ausgeräumt und in Wald entsorgt
Als nur sechs Minuten nach Alarmauslösung die erste Funkstreife am verwüsteten Tatort eintraf, war von den Tätern nichts mehr zu sehen. Auf ihrer Flucht leerten sie den Geldautomaten und entsorgten ihn dann in einem Wald in Roitham. Die Spurensicherer der Polizei untersuchten am Mittwoch den Kasten, seinen Fundort sowie den Tatort akribisch. Ihnen geht es vor allem um Fingerabdrücke und Schuhspuren.

Walter Folger vom Landeskriminalamt hofft noch, dass sich eventuell Zeugen des Diebstahls melden beziehungsweise, dass aus der Bevölkerung Hinweise zu den daran beteiligten Personen und den verwendeten Fahrzeugen kommen. Solange es dazu keine neuen Erkenntnisse gebe, wäre es unseriös, Zusammenhänge mit den Bankomat-Diebstählen in Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland herzustellen, erklärte er. Allerdings habe man sich bezüglich dieser Fälle bereits mit den Kollegen in den betroffenen Bundesländern vernetzt.

Profis am Werk
Ob in Österreich eine einzige Bande unterwegs ist, oder ob sich eine Splitterbande nun auf Supermärkte konzentriert, ist unklar. "Jedenfalls waren Profis am Werk – da Banken aufgerüstet haben, könnten Täter nun auf Supermärkte ausweichen, weil diese mit meist frei stehenden Bankomaten ein leichteres Ziel sind", so Folger.

In Oberösterreich waren im Vorjahr zwei Bankomatdiebstähle verübt worden: Im August war ein Welser (47) noch am Tatort gefasst worden, im Oktober in Steinbach ein rumänisches Trio bei der Suche nach ihrem versteckten Bankomat von der Cobra festgenommen worden.

von J. Gaderer und J. Haginger ("OÖ Krone") und ooe.krone.at
 
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