11.11.2020 11:45 |

Impfstoff-Wettrennen

„Sputnik V“ soll 92-prozentigen Schutz bieten

Zwei Tage nach der Meldung der beiden Pharmakonzerne Biontech und Pfizer über einen Durchbruch bei der Suche nach einem effektiven Corona-Impfstoff hat nun auch Russland nachgezogen. Am Mittwoch hieß es aus Moskau, dass der bereits im August zugelassene Impfstoff „Sputnik V“ eine „Effektivität von 92 Prozent“ aufweise.

Als erste westliche Hersteller hatten Biontech und Pfizer am Montag von einem Durchbruch bei der Entwicklung eines Impfstoffs berichtet. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der vom Erreger SARS-CoV-2 ausgelösten Erkrankung Covid-19. Bereits in der kommenden Woche will man die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Der russische Investmentfonds RDIF bezog sich auf Testergebnisse von 16.000 Probanden, die an der derzeit laufenden Phase-3-Studie teilnehmen. Diese Menschen haben bereits zwei Teilimpfungen erhalten. Von den insgesamt 40.000 Teilnehmern bekommt rund ein Viertel ein reines Placebo verabreicht.

„Davon werden die Entwickler noch ihren Enkeln erzählen“
„Sputnik V“ wurde als erster Corona-Impfstoff weltweit bereits im August zur breiten Anwendung in der Bevölkerung freigegeben - trotz internationaler Bedenken. Denn die Freigabe erfolgte vor Abschluss der wichtigen Phase 3 klinischer Studien. Diese findet gleichzeitig mit der Impfung von Lehrern und Spitalspersonal bzw. auch Risikogruppen statt. Kyrill Dmitriew schwärmte in höchsten Tönen von dem Vakzin: „Wir haben einen wirklich effektiven Wirkstoff. Das sind Meldungen, über die die Entwickler noch ihren Enkelkindern erzählen werden.“

Auf „Sputnik V“ folgte übrigens Mitte Oktober ein zweiter Impfstoff mit dem Namen „EpiVacCorona“. Auch dieser ist mittlerweile registriert worden. Präsident Wladimir Putin kündigte am Dienstag auch einen dritten Impfstoff an. Nähere Details gab der Kremlchef nicht bekannt. Er betonte aber, dass Russland mit anderen Staaten kooperieren werde, warnte aber gleichzeitig davor, den Kampf gegen die Corona-Pandemie „zu politisieren“.

Ungarn will Lizenz für russischen Impfstoff erwerben
Bereits jetzt haben die Russen mehrere Kooperationspartner - darunter auch Ungarn, Brasilien, Argentinien und Israel. Ungarn werde im Dezember mit der Einfuhr „kleiner Mengen von Impfstoffen“ aus Russland beginnen und diese in klinischen Studien testen, erklärte Ungarns Außenminister Peter Szijjarto in der Vorwoche. Lieferungen mit „großen Mengen“ von Impfstoffen sollten ab der zweiten Jänner-Woche folgen. Szijjarto ging allerdings nicht darauf ein, welche der russischen Vakzine Ungarn importieren beziehungsweise selbst herstellen will. Für eine Anwendung bzw. Produktion benötigt die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban eine EU-Zulassung.

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