04.09.2020 15:50 |

Produziert Antikörper

Russischer Impfstoff laut neuer Studie „wirksam“

Der Impfstoff „Sputnik V“ regt eine Immunantwort an, wie russische Forscher nun bekannt gegeben haben. Im Rahmen einer ersten Studie gaben die Wissenschaftler nun erste Details zum Wirkstoff bekannt. Auch wenn sich die Ergebnisse mit den ersten Vermutungen decken, sei die langfristige Wirksamkeit „noch nicht erwiesen“.

Der russische Impfstoff wurde - trotz internationaler Bedenken - als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen. Der Studie zufolge, die am Freitag im medizinischen Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht wurde, seien bei den 76 Teilnehmern in der Testphase tatsächlich Antikörper nachgewiesen worden. Zugleich habe es keine schwerwiegenden Nebenwirkungen gegeben, schrieben die russischen Forscher.

Wichtige Testphase übersprungen
Die Genehmigung erfolgte vor den sogenannten Phase-III-Studien. Erst in dieser wichtigen Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt und welche Nebenwirkungen auftreten. Bisher konnte der russische Wirkstoff noch nicht unabhängig bewertet werden, da bislang keine wissenschaftlichen Studien dazu publiziert wurden.

Die Forscher schrieben in dem Fachblatt, dass nun umfangreiche Langzeitstudien und eine weitere Überwachung erforderlich seien, um „die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit“ festzustellen.

Nächste Freiwillige werden geimpft
Die Tests in Phase III haben mittlerweile begonnen. Dem Institut zufolge sollen sie mindestens sechs Monate dauern. Die ersten Freiwilligen in der Hauptstadt Moskau sollen ab nächster Woche geimpft werden, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte. Er selbst habe sich impfen lassen - „sonst wäre es schwer, für einen russischen Impfstoff zu werben“, sagte er.

Neben einer Tochter von Kremlchef Wladimir Putin hat sich etwa auch Verteidigungsmister Sergej Schoigu mit dem neuen Wirkstoff impfen lassen - sein Ministerium veröffentlichte dazu ein Video. Parallel zu den Tests sollen Ärzte und Lehrer eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten - auf freiwilliger Basis.

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