Dass sich die Farbe des Gefieders aufgrund von Abrieb, chemischen Veränderungen, durch Lichteinwirkung oder Verschmutzungen verändern kann, war schon bisher bekannt. Allerdings modifizieren einige Vogelarten die Färbung ihres Gefieders auch bewusst, indem sie Substanzen aus ihrer Umgebung oder selbst produzierte Stoffe auf ihre Federn auftragen. Zu diesen vogeleigenen Substanzen gehören die Sekrete der Bürzeldrüse (sie kommt bei sehr vielen Vogelarten vor und befindet sich auf der Oberseite der Schwanzwurzel), die orange, rot oder gelb pigmentiert sein können.
Am Beispiel des unter anderem in Spanien beheimateten Rosaflamingos untersuchten Amat und sein Team den Zusammenhang zwischen jahreszeitlichen Veränderungen der Gefiederfarbe und dem Balzverhalten. Die Forscher um Juan Amat suchten sowohl im Gefieder als auch in dem Sekret der Bürzeldrüse nach farbverändernden Pigmenten. Dann untersuchten sie, ob die Flamingos ein spezifisches Verhalten zeigten, um eine bestimmte Färbung der Federn zu erreichen und auch zu erhalten. Schließlich verglichen die Experten den Zeitpunkt der kosmetischen Farbveränderung mit dem jährlichen Balzverhalten der Flamingos, vor allem bei der Eiablage.
Gefieder während Balz kräftiger gefärbt
Sie stellten fest, dass das Flamingo-Gefieder während der Balz kräftiger gefärbt ist, in der übrigen Zeit aber wieder verblasst. Das Verblassen setzt unmittelbar nach Beginn der Brutzeit ein. Die Vögel bringen Karotinoide aus der Uropygialdrüse auf das Gefieder auf, indem sie den Kopf an Hals-, Brust- und Rückenfedern reiben. Da das Reiben während der Balzphase viel häufiger zu beobachten ist und die Gefiederfarbe nach der Eiablage wieder verblasst, gehen die Autoren davon aus, dass die kosmetische Koloration primär mit der Partnerwahl zusammenhängt: "Unsere Untersuchungsergebnisse bei den Flamingos sind von eklatanter Bedeutung für die Theorien zur Wahl des Sexualpartners und zum Balzverhalten; es wird deutlich, dass die Vögel selbst durch die Manipulation der Gefiederfarbe erheblichen Einfluss auf ihre Paarungschancen nehmen."









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